Für weitere Informationen wählen Sie bitte folgende Telefonnummer:

Martina Schröder, Katarina Schneider
Tel. 030-213 95 97

Veröffentlichung:
27.10.2009


Presseinformation

Frauengesundheit in eigener Hand

Anlässlich des 35jährigen Jubiläums blickt das Feministische FrauenGesundheits-Zentrum (FFGZ) e.V. in Berlin auf seine erfolgreiche Arbeit zurück. Mittlerweile ist das FFGZ fester Bestandteil der Versorgungslandschaft in Berlin.
Es steht für Kompetenz im Bereich Frauengesundheit, Empowerment von Frauen hin zur informierten Entscheidung, Hilfe zur Selbsthilfe für eine selbstbestimmte Gesundheit und Krankheitsbewältigung.
Vieles ist erreicht: Die Selbsthilfe hat sich etabliert, das Thema Patientinnenrechte ist auf der Agenda, immer mehr Frauen sind als Ärztinnen und Forscherinnen tätig. Gender in der Medizin und eine geschlechtsspezifsche Versorgung sind keine Fremdworte mehr.

Dennoch sehen wir für die Zukunft viele Errungenschaften in Gefahr. Immer mehr Frau-en und ihre Familien befinden sich in einer schwierigen sozialen Lage, die auch die Ge-sundheit beeinträchtigt. Die Verknappung der Gesundheitsleistungen wird sich zuspitzen und die Forderung nach immer mehr Eigenleistungen in der gesundheitlichen Versorgung wird lauter.

Was macht heute und in Zukunft die Arbeit des Frauengesundheitszentrums aus, welche Herausforderungen sind zu bewältigen?
Jährlich wenden sich über 8000 Frauen mit ihren Anliegen persönlich, telefonisch oder über das Internet im Rahmen unserer vielfältigen Angebote an uns. Im Zuge der Informationsflut eines ständig wachsenden, kommerziellen Gesundheitsmarkts wird es immer schwieriger, zuverlässige, interessenfreie Informationen und Unterstützung zu erhalten. Die gesundheitliche Versorgung ist einerseits auf das Nötigste reduziert, vieles, häufig Überflüssiges, soll selbst bezahlt werden. Demgegenüber steht die ständig wachsende Medikalisierung von Frauen, z.B. durch Psychopharmaka und unnötige Eingriffe. Durch-gesetzt werden flächendeckende Maßnahmen wie die HPV-Impfung oder das Mammografiescreening, die in bezug auf Nutzen und Risiken sehr kritisch zu bewerten sind, aber sehr viel Geld kosten, das in konkreten Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung besser investiert wäre.

Das FFGZ hat sich in den letzten Jahren vor allem den Faktoren gewidmet, die die Gesundheit von sozial benachteiligten Frauen besonders beeinträchtigen. Dazu gehören die gesundheitlichen (Langzeit-) Folgen von Gewalt, die Arbeitslosigkeit, besonders von Müttern und älteren Frauen, die Situation, als Migrantin in Berlin zu leben, das Älterwerden. Der Bedarf ist groß und wird in den kommenden Jahren stetig wachsen. Das FFGZ hat für diese Zielgruppen erfolgreiche Angebote entwickelt, die als Modelle guter Praxis anerkannt und zertifiziert sind.

Es wird auch in Zukunft wichtig sein, dass das FFGZ seine Arbeit den Frauen als unabhängige, kompetente Unterstützerin anbieten kann. Aktuelle Themen werden aufgegrif-fen und Lobbyeinflüsse offengelegt. So bleibt auch die Aufgabe unerlässlich, die Politik auf die Belange von Frauen aufmerksam zu machen. Dafür gibt es mittlerweile viele Mitstreiterinnen in Netzwerken und Verbänden.

Das langjährig erfahrene, multidisziplinäre Team engagierter Frauen arbeitet trotz der großen Herausforderungen unermüdlich, aber mit Spaß, denn es gibt nichts Zufrieden-stellenderes als die Erfahrung, dass die Arbeit den Frauen nützt, geschätzt und von ihnen als sehr gut bewertet wird, wie die Befragungen zeigen.

Frauengesundheit in eigener Hand - aktuell wie nie!

Wer das FFGZ kennen lernen oder wiederentdecken möchte, ist zum Tag der Frauenge-sundheit am 17.11. von 12 bis 20 Uhr herzlich eingeladen. Viele Workshops laden zu Information und Gespräch ein. Es besteht die Möglichkeit, die legendäre Diaserie Klitoris- die weibliche Sicht auf Sexualität noch einmal zu sehen.
Das gesamte Programm auf www.ffgz.de, Infos unter T: 213 95 97

 

Feministisches Frauen Gesundheits Zentrum e.V.
Bamberger Str. 51
10777 Berlin
Tel: 030 / 213 95 97
Fax: 030 / 214 19 27
email: ffgzberlin@snafu.de