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Anlässlich
des 35jährigen Jubiläums blickt das Feministische FrauenGesundheits-Zentrum
(FFGZ) e.V. in Berlin auf seine erfolgreiche Arbeit zurück.
Mittlerweile ist das FFGZ fester Bestandteil der Versorgungslandschaft
in Berlin.
Es steht für Kompetenz im Bereich Frauengesundheit, Empowerment
von Frauen hin zur informierten Entscheidung, Hilfe zur Selbsthilfe
für eine selbstbestimmte Gesundheit und Krankheitsbewältigung.
Vieles ist erreicht: Die Selbsthilfe hat sich etabliert, das Thema
Patientinnenrechte ist auf der Agenda, immer mehr Frauen sind
als Ärztinnen und Forscherinnen tätig. Gender in der
Medizin und eine geschlechtsspezifsche Versorgung sind keine Fremdworte
mehr.
Dennoch
sehen wir für die Zukunft viele Errungenschaften in Gefahr.
Immer mehr Frau-en und ihre Familien befinden sich in einer schwierigen
sozialen Lage, die auch die Ge-sundheit beeinträchtigt. Die
Verknappung der Gesundheitsleistungen wird sich zuspitzen und
die Forderung nach immer mehr Eigenleistungen in der gesundheitlichen
Versorgung wird lauter.
Was
macht heute und in Zukunft die Arbeit des Frauengesundheitszentrums
aus, welche Herausforderungen sind zu bewältigen?
Jährlich wenden sich über 8000 Frauen mit ihren Anliegen
persönlich, telefonisch oder über das Internet im Rahmen
unserer vielfältigen Angebote an uns. Im Zuge der Informationsflut
eines ständig wachsenden, kommerziellen Gesundheitsmarkts
wird es immer schwieriger, zuverlässige, interessenfreie
Informationen und Unterstützung zu erhalten. Die gesundheitliche
Versorgung ist einerseits auf das Nötigste reduziert, vieles,
häufig Überflüssiges, soll selbst bezahlt werden.
Demgegenüber steht die ständig wachsende Medikalisierung
von Frauen, z.B. durch Psychopharmaka und unnötige Eingriffe.
Durch-gesetzt werden flächendeckende Maßnahmen wie
die HPV-Impfung oder das Mammografiescreening, die in bezug auf
Nutzen und Risiken sehr kritisch zu bewerten sind, aber sehr viel
Geld kosten, das in konkreten Maßnahmen der Prävention
und Gesundheitsförderung besser investiert wäre.
Das
FFGZ hat sich in den letzten Jahren vor allem den Faktoren gewidmet,
die die Gesundheit von sozial benachteiligten Frauen besonders
beeinträchtigen. Dazu gehören die gesundheitlichen (Langzeit-)
Folgen von Gewalt, die Arbeitslosigkeit, besonders von Müttern
und älteren Frauen, die Situation, als Migrantin in Berlin
zu leben, das Älterwerden. Der Bedarf ist groß und
wird in den kommenden Jahren stetig wachsen. Das FFGZ hat für
diese Zielgruppen erfolgreiche Angebote entwickelt, die als Modelle
guter Praxis anerkannt und zertifiziert sind.
Es
wird auch in Zukunft wichtig sein, dass das FFGZ seine Arbeit
den Frauen als unabhängige, kompetente Unterstützerin
anbieten kann. Aktuelle Themen werden aufgegrif-fen und Lobbyeinflüsse
offengelegt. So bleibt auch die Aufgabe unerlässlich, die
Politik auf die Belange von Frauen aufmerksam zu machen. Dafür
gibt es mittlerweile viele Mitstreiterinnen in Netzwerken und
Verbänden.
Das
langjährig erfahrene, multidisziplinäre Team engagierter
Frauen arbeitet trotz der großen Herausforderungen unermüdlich,
aber mit Spaß, denn es gibt nichts Zufrieden-stellenderes
als die Erfahrung, dass die Arbeit den Frauen nützt, geschätzt
und von ihnen als sehr gut bewertet wird, wie die Befragungen
zeigen.
Frauengesundheit
in eigener Hand - aktuell wie nie!
Wer
das FFGZ kennen lernen oder wiederentdecken möchte, ist zum
Tag der Frauenge-sundheit am 17.11. von 12 bis 20 Uhr herzlich
eingeladen. Viele Workshops laden zu Information und Gespräch
ein. Es besteht die Möglichkeit, die legendäre Diaserie
Klitoris- die weibliche Sicht auf Sexualität noch einmal
zu sehen.
Das gesamte Programm auf www.ffgz.de, Infos unter T: 213 95 97
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