|
50
Jahre Pille in Deutschland: Gerade die neueren Pillen haben ein
größeres gesundheitliches Risiko
Der mögliche Einfluss der Pille auf das Risiko, an Krebs
zu erkranken, ist seit den 1990er Jahren bekannt. Sie erhöht
das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, besonders bei langjähriger
Einnahme. 2009 stufte die International Agency for Research on
Cancer (IARC) bei der WHO synthetische Gestagene als potenziell
krebserregend für Frauen ein, vor allem in Hinblick auf Brustkrebs.
Der Risikoanstieg unter der Pille, an Gebärmutterhalskrebs
zu erkranken, ist durch eine von der WHO in Auftrag gegebene systematische
Übersichtsarbeit belegt.
Doch die Pille erhöht auch das Risiko für Gefäßverschlüsse
durch Blutgerinnsel (Thrombosen). Unter dem Gestagen Levonorgestrel
kommt es zu etwa 20 Thrombosen pro 100.000 Frauen und Jahr und
verdoppelt sich im Vergleich zu Nichtanwenderinnen. Bei den Gestagenen
der 3. Generation, Desogestrel und Gestoden, gibt es ein vierfach
erhöhtes Risiko mit 30 bis 40 Thrombosen pro 100.000 Frauen
und Jahr. Auch für das noch neuere Gestagen Drospirenon ist
nun durch zwei aktuelle Studien bestätigt, dass es im Vergleich
zu Levonorgestrel ein doppeltes bzw. ein dreifach so hohes Thromboserisiko
hat. Im April 2011 hat sich eine Selbsthilfegruppe Drospirenon
Geschädigter gegründet.
Obwohl die neuen Pillen eine höhere Thrombosegefahr als ältere
haben, wurden sie im Jahr 2010 besonders häufig verordnet.
Wegen der bekannten Risiken der Pille passt das FFGZ e.V. Berlin
seit den 1970er Jahren Diaphragma und Portiokappe an. Die Gründe
dafür liegen auf der Hand: Beide sind kostengünstig,
haben keinerlei gesundheitliche Nebenwirkungen und sind einfach
und sicher anzuwenden. Viele Frauen sind von diesen Verhütungsmitteln
begeistert - vorausgesetzt sie erfahren überhaupt von ihrer
Existenz. Es ist endlich an der Zeit, dass diese Methoden verstärkt
propagiert werden - zum Nutzen der Frauen.
|