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Veröffentlichung: 26.09.2011


Pressemitteilung anlässlich des internationalen Tags der Verhütung am 26.09.2011

50 Jahre Pille in Deutschland: Gerade die neueren Pillen haben ein größeres gesundheitliches Risiko
Der mögliche Einfluss der Pille auf das Risiko, an Krebs zu erkranken, ist seit den 1990er Jahren bekannt. Sie erhöht das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, besonders bei langjähriger Einnahme. 2009 stufte die International Agency for Research on Cancer (IARC) bei der WHO synthetische Gestagene als potenziell krebserregend für Frauen ein, vor allem in Hinblick auf Brustkrebs. Der Risikoanstieg unter der Pille, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, ist durch eine von der WHO in Auftrag gegebene systematische Übersichtsarbeit belegt.
Doch die Pille erhöht auch das Risiko für Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel (Thrombosen). Unter dem Gestagen Levonorgestrel kommt es zu etwa 20 Thrombosen pro 100.000 Frauen und Jahr und verdoppelt sich im Vergleich zu Nichtanwenderinnen. Bei den Gestagenen der 3. Generation, Desogestrel und Gestoden, gibt es ein vierfach erhöhtes Risiko mit 30 bis 40 Thrombosen pro 100.000 Frauen und Jahr. Auch für das noch neuere Gestagen Drospirenon ist nun durch zwei aktuelle Studien bestätigt, dass es im Vergleich zu Levonorgestrel ein doppeltes bzw. ein dreifach so hohes Thromboserisiko hat. Im April 2011 hat sich eine Selbsthilfegruppe Drospirenon Geschädigter gegründet.
Obwohl die neuen Pillen eine höhere Thrombosegefahr als ältere haben, wurden sie im Jahr 2010 besonders häufig verordnet.
Wegen der bekannten Risiken der Pille passt das FFGZ e.V. Berlin seit den 1970er Jahren Diaphragma und Portiokappe an. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Beide sind kostengünstig, haben keinerlei gesundheitliche Nebenwirkungen und sind einfach und sicher anzuwenden. Viele Frauen sind von diesen Verhütungsmitteln begeistert - vorausgesetzt sie erfahren überhaupt von ihrer Existenz. Es ist endlich an der Zeit, dass diese Methoden verstärkt propagiert werden - zum Nutzen der Frauen.

 

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