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Anlässlich
des Weltgesundheitstags der WHO am 7. April fordert das Feministische
FrauenGesundheitsZentrum (FFGZ) e.V. Berlin mehr gezielte Gesundheitsförderung
für arbeitslose Frauen.
Langzeitarbeitslosigkeit beeinträchtigt die Gesundheit, gesundheitliche
Einschränkungen wiederum erschweren die Wiedereingliederung
in den Arbeitsmarkt. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, bedarf
es einer zielgruppengerechten und nachhaltig wirkungsvollen Gesundheitsförderung.
Diese Erkenntnis ist bisher in den Jobcentern noch nicht angekommen.
Es besteht Unkenntnis und Unwillen, Frauen mit der Gesamtproblematik
ihres Lebens zu sehen und zu unterstützen. Das betrifft vor
allem alleinerziehende, ältere und chronisch kranke Frauen
mit und ohne Migrationshintergrund, die nachweislich die schlechtesten
Chancen haben, wieder eine Arbeit zu finden und ökonomisch
auch während der Arbeitslosigkeit besonders benachteiligt
sind.
Studien belegen, dass das Krankheits- und Sterberisiko bei Menschen,
die arbeitslos sind und keine Perspektiven mehr für sich
sehen, deutlich erhöht ist. Frauen sind durch Kurzzeitarbeitslosigkeit
bereits stark belastet, was insbesondere auf alleinerziehende
Frauen zutrifft. Auffällig ist außerdem, dass die Sterblichkeit
arbeitsloser Frauen höher ist als die der Männer.
Um den Belastungen, die als Folge von Arbeitslosigkeit auf die
Gesundheit einwirken, zu begegnen, brauchen die Betroffenen vielfältige
und differenzierte Unterstützungsangebote. Gesundheitsförderungsangebote
sind aber gegenwärtig sehr stark an der sozial und ökonomisch
abgesicherten Mittelschicht orientiert und erreichen die Gruppe
der Menschen, die schon lange arbeitslos sind, nicht oder nur
unzureichend.
Das
FFGZ hat ein erfolgreiches Programm entwickelt, mit dem Frauen
in dieser Situation unterstützt und Möglichkeiten der
Gesundheitsförderung zielgruppengerecht vermittelt werden.
Teilnehmerinnen unserer Kurse vermittelten uns immer wieder, dass
sich ihre Belastungssituation aus vielerlei Facetten zusammensetzt.
Da ist zunächst ihre Wahrnehmung, gesellschaftlich ausgegrenzt
zu sein, aufgrund ihrer finanziellen Situation am gesellschaftlichen
Leben nicht mehr teilnehmen zu können und durch die Arbeitslosigkeit
soziale Bezüge zu verlieren. Vielfach haben arbeitslose Frauen
in diesem Kontext auch gegenüber ihren Kindern ein schlechtes
Gewissen und Schuldgefühle, was ihren Stress erhöht.
Kontakte mit der Arbeitsagentur oder Jobcenterbesuche empfinden
viele Arbeitslose ebenfalls als sehr belastend, da diese eher
als Kontrollinstanz mit Reglementierungsvollmacht denn als Unterstützung
wahrgenommen werden. Viele Regelungen oder deren Auslegungen erleben
sie als nicht nachvollziehbar. Sie fühlen sich diesem Apparat
ohnmächtig und hilflos ausgeliefert. Statt Verständnis
und Unterstützung in ihrer schwierigen Situation, haben sie
oft das Gefühl nicht ernst genommen zu werden.
Ähnliche Erfahrungen machen viele Frauen auch in ihrem Familien-
und Freundeskreis.
Das
Frauengesundheitszentrum fordert die Verantwortlichen in Jobcentern,
Beschäftigungsträgern, Kommunen und Krankenkassen auf,
das Thema "Arbeitslosigkeit macht krank" ernst
zu nehmen und die Umsetzung von Programmen zur Gesundheitsförderung
zu unterstützen.
Weitere
Informationen zum Programm auf unserer Website und in der Zeitschrift
CLIO für Frauengesundheit Nr. 67.
"clio. Die Zeitschrift für Frauengesundheit" Nr. 67 ist zu beziehen
gegen 3,90 Euro
über den Buchhandel mit der ISSN-Nummer: 0933-0747
oder direkt über das Feministische FrauenGesundheitsZentrum
e.V., Bamberger Str. 51, 10777 Berlin, Tel 030 - 213 95 97, Fax:
030 - 214 19 27, E-Mail: ffgzberlin@snafu.de (zzgl. Versandkosten
1,20 €).
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