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Katarina Schneider
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Veröffentlichung: 07.04.2010


Pressemitteilung

Weltgesundheitstag 2010: "Gesundheitsförderung in Städten"
Mehr gezielte Gesundheitsförderung für arbeitslose Frauen

Anlässlich des Weltgesundheitstags der WHO am 7. April fordert das Feministische FrauenGesundheitsZentrum (FFGZ) e.V. Berlin mehr gezielte Gesundheitsförderung für arbeitslose Frauen.
Langzeitarbeitslosigkeit beeinträchtigt die Gesundheit, gesundheitliche Einschränkungen wiederum erschweren die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, bedarf es einer zielgruppengerechten und nachhaltig wirkungsvollen Gesundheitsförderung. Diese Erkenntnis ist bisher in den Jobcentern noch nicht angekommen. Es besteht Unkenntnis und Unwillen, Frauen mit der Gesamtproblematik ihres Lebens zu sehen und zu unterstützen. Das betrifft vor allem alleinerziehende, ältere und chronisch kranke Frauen mit und ohne Migrationshintergrund, die nachweislich die schlechtesten Chancen haben, wieder eine Arbeit zu finden und ökonomisch auch während der Arbeitslosigkeit besonders benachteiligt sind.
Studien belegen, dass das Krankheits- und Sterberisiko bei Menschen, die arbeitslos sind und keine Perspektiven mehr für sich sehen, deutlich erhöht ist. Frauen sind durch Kurzzeitarbeitslosigkeit bereits stark belastet, was insbesondere auf alleinerziehende Frauen zutrifft. Auffällig ist außerdem, dass die Sterblichkeit arbeitsloser Frauen höher ist als die der Männer.
Um den Belastungen, die als Folge von Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit einwirken, zu begegnen, brauchen die Betroffenen vielfältige und differenzierte Unterstützungsangebote. Gesundheitsförderungsangebote sind aber gegenwärtig sehr stark an der sozial und ökonomisch abgesicherten Mittelschicht orientiert und erreichen die Gruppe der Menschen, die schon lange arbeitslos sind, nicht oder nur unzureichend.

Das FFGZ hat ein erfolgreiches Programm entwickelt, mit dem Frauen in dieser Situation unterstützt und Möglichkeiten der Gesundheitsförderung zielgruppengerecht vermittelt werden.
Teilnehmerinnen unserer Kurse vermittelten uns immer wieder, dass sich ihre Belastungssituation aus vielerlei Facetten zusammensetzt. Da ist zunächst ihre Wahrnehmung, gesellschaftlich ausgegrenzt zu sein, aufgrund ihrer finanziellen Situation am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen zu können und durch die Arbeitslosigkeit soziale Bezüge zu verlieren. Vielfach haben arbeitslose Frauen in diesem Kontext auch gegenüber ihren Kindern ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle, was ihren Stress erhöht.
Kontakte mit der Arbeitsagentur oder Jobcenterbesuche empfinden viele Arbeitslose ebenfalls als sehr belastend, da diese eher als Kontrollinstanz mit Reglementierungsvollmacht denn als Unterstützung wahrgenommen werden. Viele Regelungen oder deren Auslegungen erleben sie als nicht nachvollziehbar. Sie fühlen sich diesem Apparat ohnmächtig und hilflos ausgeliefert. Statt Verständnis und Unterstützung in ihrer schwierigen Situation, haben sie oft das Gefühl nicht ernst genommen zu werden.
Ähnliche Erfahrungen machen viele Frauen auch in ihrem Familien- und Freundeskreis.

Das Frauengesundheitszentrum fordert die Verantwortlichen in Jobcentern, Beschäftigungsträgern, Kommunen und Krankenkassen auf, das Thema "Arbeitslosigkeit macht krank" ernst zu nehmen und die Umsetzung von Programmen zur Gesundheitsförderung zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Programm auf unserer Website und in der Zeitschrift CLIO für Frauengesundheit Nr. 67.

 

"clio. Die Zeitschrift für Frauengesundheit" Nr. 67 ist zu beziehen gegen 3,90 Euro über den Buchhandel mit der ISSN-Nummer: 0933-0747 oder direkt über das Feministische FrauenGesundheitsZentrum e.V., Bamberger Str. 51, 10777 Berlin, Tel 030 - 213 95 97, Fax: 030 - 214 19 27, E-Mail: ffgzberlin@snafu.de (zzgl. Versandkosten 1,20 €).

 

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