Wie
lange noch? Schluss mit dem Hormonwahnsinn!
Die
schlechten Nachrichten zur Hormontherapie in den Wechseljahren
reißen nicht ab.
Die neuesten Ergebnisse der von der Deutschen Krebshilfe geförderten
MARIE-Studie an 10.000 Frauen belegen, dass 30 Prozent
aller Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren durch den
Verzicht auf die Hormontherapie und mehr Bewegung zu vermeiden
wären. 19,4% der Fälle von invasivem Brustkrebs gehen
auf die Hormoneinnahme zurück, 12,8% auf den Mangel an körperlicher
Aktivität. Wenn diese Zahlen zugrunde gelegt werden, würden
jedes Jahr ca. 10.000 Frauen in Deutschland allein aufgrund der
Hormoneinnahme erkranken, weitere 5000 Frauen aufgrund zu geringer
Bewegung. Bei den Frauen, die an einem rezeptorpositiven Brustkrebs
erkrankten, liegt der Wert sogar bei 37,9%.
Eine neue Auswertung aus der Nachbeobachtung der WHI Studie
zeigt, dass Frauen, die die Östrogen-Gestagen-Kombination
einnahmen, nicht nur ein erhöhtes Brustkrebsrisiko hatten,
sondern der Brustkrebs auch weiter fortgeschritten und die Wahrscheinlichkeit,
an ihm zu sterben, erhöht war. Die Folge war ein Anstieg
der Brustkrebssterblichkeit von 1,3 auf 2,6 Todesfälle bei
10.000 Frauen pro Jahr. Und bei den Frauen, die Hormone nahmen,
stieg die Gesamtsterblichkeit im Vergleich zur Placebo-Gruppe
von 3,4 auf 5,3 Todesfälle pro 10.000 Frauen pro Jahr signifikant
an. Der Herausgeber der Ergebnisse, Peter Bach, mahnt eine kritische
Reflektion der gängigen Verschreibungspraxis bei Hormonen
an. Die WHI-Studie habe gezeigt, dass ÄrztInnen zu wenig
über die langfristigen Auswirkungen der Hormontherapie auf
die Gesundheit wüssten.
Auch das Eierstockkrebsrisiko erhöht sich, so die European
Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition, in der
u.a. der Zusammenhang zwischen Hormontherapie und Eierstockkrebs
untersucht worden war. Bei 126.920 Frauen waren 424 Frauen im
Lauf des neunjährigen Follow up an Eierstockkrebs erkrankt.
Insbesondere eine aktuelle Hormoneinnahme war signifikant mit
einem um 29% erhöhten Risiko an Eierstockkrebs verbunden,
die Einnahme von Östrogenen war mit einem 63% erhöhten
Risiko assoziiert. Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken,
war für die Frauen, die fünf Jahre und länger eine
Hormontherapie gemacht hatten, um 45% höher als für
die Frauen, die nie Hormone genommen hatten.
Zwar gibt es seit September 2009 die S 3 Leitlinie zum Umgang
mit der Hormontherapie, die Hormone nur bei starken Hitzewallungen
und nur so kurz und niedrig dosiert wie möglich empfiehlt,
doch die gesundheitlichen Risiken werden weiter bagatellisiert,
verschwiegen und ignoriert. Nicht nur das, auch viele Frauen über
70 und auch 80 bekommen seit Jahrzehnten Hormone verordnet. Dies
entspricht in keinster Weise den aktuellen Empfehlungen, die Langzeitanwendung
ist spätestens seit dem Abbruch der WHI im Jahr 2002 obsolet.
Nach all diesen Jahren mit Studienergebnissen, die die gesundheitlichen
Risiken für Frauen immer wieder belegen, ist es absolut an
der Zeit, sich von der Hormontherapie in den Wechseljahren endgültig
zu verabschieden. Es reicht!
Wechseljahresbeschwerden
kann mit Lebensstiländerungen, wie ausgewogener Ernährung,
mehr körperlicher Bewegung, Stressabbau und mit Hilfe der
Komplementärmedizin gut begegnet werden. Gleichzeitig fördert
dies die Gesundheit von Frauen in der Lebensmitte und darüber
hinaus.
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030/214 19 27, E-Mail: ffgzberlin@snafu.de,
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