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Hier
finden Sie "Aktuelles" mit interessanten Infos
aus der clio 73/2011
Zahl
der Hormontherapien nimmt ab
Frauen in den Wechseljahren bekommen nach Beobachtungen
der Techniker Krankenkasse (TK) deutlich seltener Hormontherapien
(HT) verschrieben als vor einigen Jahren. Nicht einmal jede
zehnte Frau (9,6 Prozent) der elf Millionen Frauen zwischen
45 und 65 Jahren hat nach Angaben der Kasse im Jahr 2010
Hormonpräparate verordnet bekommen. Vor zehn Jahren
wurden noch fast 40 Prozent der Frauen diese Präparate
nicht nur gegen Beschwerden in den Wechseljahren, sondern
auch zur Prävention von Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
verordnet.
Zur Begründung für den kontinuierlichen und deutlichen
Rückgang bei den Verschreibungen verweist die Krankenkasse
auf wissenschaftliche Studien. Sie hätten gezeigt,
dass bestimmte Hormonpräparate das Risiko etwa für
Brustkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
sowie Thrombose erhöhen könnten.
Eine
Gebärmutterentfernung erhöht das Risiko einer
Herz-Kreislauf-Erkrankung
In einer schwedischen Studie wurden 184.000 Frauen
nach einer Gebärmutterentfernung befragt. Frauen, deren
Gebärmutter und beide Eierstöcke vor dem Alter
von 50 entfernt worden waren, hatten ein um 40% erhöhtes
Risiko, wegen Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfällen
ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Auch Frauen, die
eine Hysterektomie ohne Eierstockentfernung hatten, hatten
eine 15-20% höhere Wahrscheinlichkeit, wegen einer
Herzkreislauferkrankung ins Krankenhaus zu kommen. Diese
Ergebnisse decken sich mit denen der Nurses´ Health
Study (USA), in der 29.000 Frauen nach einer Gebärmutterentfernung
beobachtet worden waren. Auch da hatten die Frauen nach
einer Gebärmutterentfernung incl. Eierstockentfernung
vor 50 ein um 40% höheres Risiko zu sterben und fast
ein doppelt so hohes Risiko, eine Herzerkrankung oder einen
Schlaganfall zu bekommen.
Neues
zu Thromboembolien unter Pillen mit dem Wirkstoff Drospirenon
Das Thromboembolie-Risiko unter Drospirenon-haltigen Kontrazeptiva
wie Yasmin, Yasminelle, YAZ, Yira 20/30, Aida, Petibelle,
Angeliq, Aliane, Eloine erhöht sich nach zwei firmenunabhängigen
Fallkontrollstudien im Vergleich zu Levonorgestrel auf das
Zwei- bis Dreifache. Der Hersteller Bayer versucht die Bedeutung
der Daten herunterzuspielen.
Im April 2011 hat sich eine Selbsthilfegruppe Drospirenon
Geschädigter gegründet: www.risiko-pille.de.Erstmals
klagt nun eine der Geschädigten gegen den Pharmakonzern.
Sie hatte die Pille Yasminelle genommen. In der Klage geht
es um Schadenersatz und Schmerzensgeld, aber auch um einen
Auskunftsanspruch hinsichtlich aller Fakten zur Wirkung
von Drospirenon. Zwölf Todesfälle sind in Deutschland
nachgewiesen, über 190 in den USA.
Das pharmaunabhängige arznei-telegramm® ebenso
wie "Bittere Pillen" rät von der Verordnung
Drospirenon-haltiger Kontrazeptiva ab.
Unsere Empfehlung: Steigen Sie um auf Diaphragma
oder Portiokappe,
sie sind sichere und kostengünstige Verhütungsmittel
ohne gesundheitliche Nebenwirkungen und Langzeitfolgen.
Neue
Krebsrisiken für Frauen mit Brustimplantaten festgestellt
Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA prüft derzeit,
ob Brustimplantate ein anaplastisches großzelliges
Non-Hodgkin-Lymphom (ALCL) auslösen können. Weltweit
sind 60 Fälle dieses sehr seltenen Tumors im Bereich
eines Implantates aufgetreten sein. Dies ergab einer Auswertung
von Studien zwischen 1997 und 2010. Die Frauen klagten vorher
über Schmerzen, Schwellungen, Knoten und Asymmetrien.
In der Flüssigkeit und der Kapsel um das Implantat
fanden sich die Krebszellen. Es betraf Silikon gefüllte
Implantate aber auch in einigen Fällen mit Salzlösung
gefüllte Silikonhüllen. Auch gab es mehr Fälle
bei Frauen mit Brustvergrößerung als bei denen,
die eine Brustrekonstruktion vornehmen ließen. Zwischen
1992 und 2006 waren Implantate bei kosmetischen Operationen
verboten, nachdem sie mit Autoimmunerkrankungen in Verbindung
gebracht wurden. Dieses Risiko hat sich in Folgestudien
nicht bestätigt. Es wird aber von den US - amerikanischen
Frauenorganisationen wie Breast Cancer Action und dem National
Women`s Health Network kritisiert, dass die Studien viel
zu kurz und von den Herstellern selbst durchgeführt
wurden. Auch die mit der Zulassung auferlegten Langzeitstudien
sind nicht in dem Maße und mit der Anzahl von Frauen
von den Herstellern durchgeführt, wie es notwendig
wäre. Weltweit wird von 5 bis 10 Millionen Implantatträgerinnen
ausgegangen.
Seit Beginn der Diskusssion um die Folgen der Implantate
sieht auch das FFGZ deren Nutzung aufgrund der unsicheren
Datenlage als problematisch an. Frauen sollten bei Auftreten
der oben genannten Symptome eine schnelle Abklärung
in die Wege leiten.
Weitere Infos: www.fda.gov
Brustkrebsrisiko
unter Hormontherapie in den Wechseljahren erneut bestätigt
Mehrere Studien verdeutlichen das Risiko, an
Brustkrebs zu erkranken. Mehr dazu in unserer Presseerklärung...
Höheres
Risiko, an Schlaganfall, Eierstockkrebs oder Lungenkrebs
zu erkranken, aufgrund der Hormontherapie in den Wechseljahren
In einer dänischen Studie bestätigten sich
die Ergebnisse der WHI-Studie, www.whi.org.
Doch anders als in der WHI-Studie erhöhte sich das
Risiko eines Eierstockkrebses nicht nur bei einer kontinuierlichen
Östrogentherapie, sondern auch durch die Einnahme zyklischer
Präparate.
Um fast ein Drittel erhöht sich bei Frauen das Risiko,
einen Schlaganfall zu erleiden, wenn sie in den Wechseljahren
Hormone nahmen. Zu diesem Ergebnis kamen WissenschaftlerInnen
nach der Auswertung von 31 Studien, in denen mehr als 44.000
Frauen untersucht wurden. Bei diesen Frauen verläuft
der Schlaganfall häufiger tödlich. Auch ihr Lungenkrebsrisiko
steigt um 70%.
Informationen zu den Wechseljahren, Hormontherapie und Alternativen
finden Sie in unserer Broschüre
"Wechseljahre - praktische Begleitung für diese
Lebensphase".
Der
Markt der individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) in
der Arztpraxis wächst weiter
Niedergelassene ÄrztInnen verkaufen immer mehr private
Leistungen an gesetzlich Krankenversicherte. Inzwischen
wird mehr als jedem vierten Versicherten (28,3 %) binnen
Jahresfrist eine medizinische Leistung auf Privatrechnung
verkauft, die Zusatzeinnahmen der Ärzte bei der Behandlung
von gesetzlich Krankenversicherten sind damit auf 1,5 Mrd.
Euro im Jahr angewachsen. Die geforderte schriftliche Vereinbarung
von Privatleistungen an gesetzlich Krankenversicherte unterblieb
in 54,4 Prozent der Fälle, jede siebte Privatleistung
entstand sogar ohne Rechnung. Dies ist ein Ergebnis des
aktuellen WIdOmonitors, einer repräsentativen bundesweiten
Befragung von 2.500 GKV-Versicherten, die das Wissenschaftliche
Institut der AOK (WIdO) vorgestellt hat.
Weitere Informationen unter: http://www.wido.de/meldungakt+M5d330767a06.html
Viele IGeL-Leistungen scheiden jedoch auf der Grundlage
wissenschaftlicher Prüfung - den Kriterien der evidenzbasierten
Medizin entsprechend - aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen
aus. Ihre Wirksamkeit ist entweder nicht eindeutig belegt
oder anderen, günstigeren Verfahren keineswegs überlegen.
In der clio
67 finden Sie zwei Artikel, die Hilfestellung für
den Umgang mit IGeL-Angeboten bieten.
Gendermedizin:
Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Zur Erforschung und Dokumentation von geschlechtsspezifischen
Unterschieden in der Kardiologie haben sieben niedergelassene
Kardiologinnen die Arbeitsgruppe Gendermedizin beim Bundesverband
Niedergelassener Kardiologen (BNK) gegründet. Im Mittelpunkt
der Analyse sollen dabei zunächst Frauen betreffende
Aspekte stehen, nämlich das Auftreten von kardiovaskulären
Erkrankungen bei Frauen, die Auswirkungen kardialer Vorerkrankungen
in der Schwangerschaft, die Pille mit hohen Östrogen-
und Gestagen-Anteilen und deren Risikopotenzial für
Bluthochdruck und Thrombosen.
Während bei Männern die Sterberate kontinuierlich
sinkt, sinkt sie bei Frauen deutlich weniger und steigt
zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr sogar an. Da Frauen
seltener kardiologisch untersucht werden als Männer
und sie sowohl in Medikamentenstudien als auch in Reha-Maßnahmen
unterrepräsentiert seien, wisse man im Fall von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
jedoch noch viel zu wenig über die Unterschiede.
Stress, eine ungesunde Ernährung sowie vor allem Rauchen
sind die Hauptgründe, weshalb das Herzinfarktrisiko
auch bei Frauen signifikant zugenommen hat. Das Risiko nimmt
nach den Wechseljahren zu, bis dahin bieten Östrogene
eine Art natürlichen Schutz. Wie in umfangreichen Studien
nachgewiesen wurde, kann die Hormontherapie in den Wechseljahren
die Infarktrate jedoch nicht verringern, vielmehr steigt
stattdessen das Brustkrebsrisiko.
Am ersten Infarkt sterben Frauen fast doppelt so häufig
wie Männer. Nicht selten bleibt der Infarkt sogar unentdeckt,
obwohl die Symptome bei beiden Geschlechtern in etwa dieselben
sind.
Anders als Medienberichte und Broschüren mitunter vermitteln,
treten Schmerzen in der Brust und im Arm, Kurzatmigkeit,
Schwitzen, Schwindel, Übelkeit und Angstgefühle
bei Männern wie Frauen gleichermaßen auf. Allerdings
bringen Frauen die typischen Symptome viel seltener mit
einem Herzinfarkt in Verbindung, weshalb sie oft nicht schnell
genug behandelt werden können. Kommt es zu entsprechenden
Beschwerden, sollte daher immer sofort der Notruf 112 verständigt
werden. http://www.bnk.de
Noch
immer zu viele Gebärmutterentfernungen in Deutschland
Im Jahr 2008 wurden in Deutschland 125.233 Hysterektomien
bei gutartigen Erkrankungen durchgeführt, 101.000 davon
aufgrund von Myomen bzw. Blutungsstörungen (Entlassungsdiagnose)
Interessant ist die Liste der postoperativen
Komplikationen einer Hysterektomie aufgrund einer gutartigen
Indikation.
Und 463 Frauen starben aufgrund einer Gebärmutterentfernung.
Bei den Entlassungsdiagnosen für alle Unterleibsoperationen
wurde in 17.508 Fällen eine zu starke Blutung bei regelmäßigem
Zyklus und in 9.505 Fällen bei unregelmäßigem
Zyklus als Indikation für eine Hysterektomie angegeben.
Das zeigt, dass u.a. die Möglichkeit einer operativen
Alternative, der Endometriumablation (siehe clio 65), noch
immer kaum vermittelt wird:
http://www.bqs-outcome.de/2008/ergebnisse/leistungsbereiche/gyn/buaw/uebasis/0019_Ueasis.html
http://www.bqs-outcome.de/2008/ergebnisse/leistungsbereiche/gyn/buaw/ubasis/0025_UBasis.html
In England dagegen hat die Organisation "National Institute
für Health and Clinical Excellence" eine Leitlinie
veröffentlicht, die besagt, dass Frauen mit Myomen,
die Beschwerden machen, über alle Behandlungsalternativen
aufgeklärt werden müssen. Im Berichtsjahr 2008/2009
wurden in England nur insgesamt 37.000 Hysterektomien aufgrund
aller Indikationen durchgeführt, was weniger als die
Hälfte im Vergleich zu Deutschland ist. In Deutschland
gibt es eine solche Leitlinie nicht.
In einer Veröffentlichung im "Journal of Minimally
Invasive Gynecology" verglich man die Kosten für
Hysterektomien bei Myomen in Deutschland, Frankreich und
England. In Deutschland wurde in fast 85% der Fälle
bei Myomen die ganze Gebärmutter entfernt, die Kosten
beliefen sich im Jahr 2006 auf über 212 Millionen Euro.
Im Vergleich dazu führte man in Frankreich nur in 60%
und in England nur in 65% der Fälle eine Entfernung
des ganzen Organs durch. Die Kosten beliefen sich auf 73
Millionen € in Frankreich und auf 52 Millionen €
in England.
Leider erfahren immer noch zu wenige Frauen über die
Alternativen, d.h. einer gebärmuttererhaltenden Myomentfernung
wie z.B. eine Myomembolisation. Neue Untersuchungen zeigen,
dass Frauen nach einer Myomembolisation früher als
nach einem operativen Verfahren in der Lage waren, ihrer
Arbeit oder ihren normalen Aktivitäten nachzugehen:
20 vs. 62 Tage; sie schätzten die Schmerzen nach einer
Myomembolisation als geringer als nach einem operativen
Verfahren ein und waren eher wieder sexuell aktiv: 21 vs.
53 Tage.
Informationen zur Gebärmutterentfernung finden Sie
in unserer Broschüre
"Gebärmutterentfernung - häufig ein vermeidbarer
Eingriff" und in unserer aktuellen Pressemitteilung.
Riskante
Antidepressiva
Immer häufiger
werden Menschen auch mit leichteren Depressionen Antidepressiva
verordnet, darunter vielen Frauen nach den Wechseljahren.
Die Daten der Women´s Health Initiative (WHI), in
der mehr als 160.000 postmenopausale Frauen bis zu 15 Jahren
beobachtet wurden, belegen, dass die Einnahme von Antidepressiva
mit einer erhöhten Rate von Schlaganfällen und
einer erhöhten Gesamtsterblichkeit assoziiert ist.
Für Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wurde ein
um 45 Prozent höheres Risiko von Schlaganfällen
gefunden. Auch das Gesamtsterberisiko war um 32 Prozent
erhöht. Das absolute Schlaganfallrisiko stieg durch
SSRI von 2,99 auf 4,16/1000 Personenjahre, die Sterberate
von 7,79 auf 12,77/1000 Personenjahre. Die Einnahme von
SSRI war auch mit einer deutlich erhöhten Rate von
tödlichen Schlaganfällen assoziiert.
Der SSRI Paroxetin kann die Wirkung von Tamoxifen in der
Hormonbehandlung eines Brustkrebses herabsetzen. Die gleichzeitige
Verordnung beider Medikamente hat in einer retrospektiven
kanadischen Kohortenstudie die Brustkrebssterblichkeit erhöht,
signifikant mit zunehmender Dauer der gleichzeitigen Einnahme
von Paroxetin. Die Autoren schätzen aufgrund ihrer
Daten, dass pro 20 Frauen ein zusätzlicher Brustkrebstodesfall
innerhalb von fünf Jahren nach Beendigung von Tamoxifen
auftritt, wenn die Dauer der Paroxetineinnahme etwa 40%
der Tamoxifen-Behandlungszeit ausmacht. Sie fordern die
Ärzte auf, Parotexin nicht gleichzeitig mit Tamoxifen
zu verordnen. Auch das arznei-telegramm 3/2010 rät
von einer gleichzeitigen Behandlung mit Paroxetin oder Fluoxetin
unter Tamoxifentherapie ab.
Psychiatrische
Erkrankungen als unerwünschte Arzneimittelwirkung von
Mirena®
Mirena® ist eine gestagenhaltige Spirale mit diversen
Nebenwirkungen. Die Arzneimittelkommission der deutschen
Ärzteschaft www.akdae.de
weist in einer Drug Safety Mail vom 4.5.2009 darauf hin,
dass Frauen vor der Einlage der zur Verhütung und zur
Behandlung von sehr starken Blutungen zugelassenen Spirale
Mirena® entsprechend der Fachinformation über Risiken
bei der Anwendung aufgeklärt werden müssen. Unerwünschte
Arzneimittelwirkungen können sein: Veränderungen
der Monatsblutung, vergrößerte Follikel (Eierstockzysten),
Infektionen des kleinen Beckens, ein leicht erhöhtes
Brustkrebsrisiko und die Gefahr, dass die Spirale unbemerkt
abgeht oder die Gebärmutter durchstößt.
Bis jetzt fehlt ein Hinweis auf psychiatrische Erkrankungen
wie Depression und depressive Verstimmungen, Panikattacken
und Angst, Schlafstörungen und Unruhe. Oft vergingen
Monate, bis ein Zusammenhang zwischen den Beschwerden und
Mirena® hergestellt wurde. Nach Entfernung der Spirale
trat eine deutliche Besserung des Befindens ein.
Die
HPV-Impfung
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung
aus dem Jahr 2007 zur Impfung gegen bestimmte Humane Papilloma
Viren, die an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs
beteiligt sind, jetzt erneuert. Es sei sinnvoll, alle Mädchen
zwischen 12 und 17 Jahren zu impfen, möglichst vor
dem ersten Sexualverkehr. Die Impfkommission betont aber
auch, dass wichtige Fragen derzeit noch offen seien. Die
Neubewertung war mit Spannung erwartet worden, nachdem es
Kritik an der Arbeit der STIKO gegeben hatte.
Doch die eigentliche Frage, wie groß der Nutzen für
die Frauen und Mädchen wirklich ist, bleibt weiterhin
ungeklärt.
Sie finden hier unseren im Jahr 2008 veröffentlichten
Flyer (deutsch
und türkisch),
den wir in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Frauengesundheit
Tempelhof-Schöneberg herausbrachten und der an allen
Schulen im Bezirk verteilt wurde. In Anlehnung an diesen
veröffentlichte auch die Berliner Ärztekammer
einen Flyer (deutsch,
türkisch
und russisch),
der in allen Berliner Schulen an die entsprechende Altersgruppe
verteilt wurde, und brachte eine Berliner
Erklärung heraus.
In der deutschen Datenbank zu Verdachtsfällen von Impfkomplikationen
und Impfnebenwirkungen des Paul Ehrlich Instituts sind zehn
Fälle von Multipler Sklerose in zeitlichem Zusammenhang
mit einer HPV-Impfung erfasst, davon neun nach Gardasil®
und einer nach Cervarix® (Stand Mai 2009). Im September
2009 ist ein 14-jähriges Mädchen in Großbritannien
nach einer Impfung mit Cervarix® gestorben.
Auf Geheiß der US-Behörde FDA musste in die Produktinformation
von Gardasil® der Hinweis aufgenommen werden, dass bei
jeder 43. Teilnehmerin der Studien Krankheiten mit möglicherweise
autoimmunem Hintergrund neu aufgetreten sind. In der deutschen
Fachinformation ist davon nichts zu lesen.
Sowohl von STIKO als auch von Behördensprechern kam
umgehend Entwarnung. Die aluminiumhaltigen Adjuvantien,
hieß es stereotyp, würden schließlich schon
seit Jahrzehnten milliardenfach angewendet und hätten
ihre Sicherheit klar demonstriert.
Die Krankenkassen gaben im Jahr 2008 für die beiden
Impfstoffe Gardasil® und Cervarix® 244 Millionen
Euro aus.
Die Impfung ist mit 477 € in Deutschland besonders
teuer, in den USA kostet sie 257 €, in der Schweiz
244 €.
Leitlinien
zur weiblichen Genitalchirurgie in Österreich seit
März 2010
Die weibliche Genitalchirurgie erlebt in den vergangenen
Jahren ausgehend aus den USA eine höhere Nachfrage,
oft aus diffuser Motivation heraus. Clio 68 beschäftigt
sich mit diesem Thema. Dabei sind vor operativen Eingriffen
rechtliche und medizinische Fragen ebenso zu klären
wie die Gründe der Frauen, die sich dazu entschließen.
In Österreich gibt es nun Leitlinien dazu.
"Genitalchirurgische Eingriffe können enorme körperliche
und seelische Folgen nach sich ziehen. Um Frauen vor Risiken
zu schützen und ÄrztInnen vor Eingriffen eindeutige
Leitlinien an die Hand zu geben, ist dieses Konsensuspapier
entwickelt worden. Das klare gesundheits- und frauenpolitische
Anliegen ist, schon jetzt mögliche zukünftige
Fehlentwicklungen zu verhindern," erklärte die
Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely.
"Die 'Leitlinien zur weiblichen Genitalchirurgie' wurden
zur Qualitätssicherung und Regulierung von ästhetisch
motivierten genitalchirurgischen Eingriffen entwickelt",
erklärte Prof. Dr. Wimmer-Puchinger. Gleichzeitig wollen
alle Beteiligten eines verhindern: "Keine Frau soll
genitalchirurgische Operationen aus ästhetischen Gründen
leichtfertig durchführen lassen", so die Wiener
Frauengesundheitsbeauftragte.
Prof. Dr. Maria Deutinger, Vizepräsidentin der Österreichischen
Gesellschaft für plastische, ästhetische und rekonstruktive
Chirurgie: "Als plastische Chirurgin stehe ich Korrekturen
im Genitalbereich sehr kritisch gegenüber, da sicher
die Nachteile solcher Operationen die Vorteile überwiegen.
Es kann nämlich zum Verlust des Hautempfindens, zu
Narbenschmerzen und narbiger Verziehung der Urethralöffnung
kommen, mit Beeinträchtigung des Harnflusses. Aus diesen
Gründen sind Korrekturen aus rein ästhetischen
Bedürfnissen abzulehnen. Vereinzelt sind solche Operationen
indiziert, wenn dementsprechende Beschwerden bestehen."
Sie sieht in der Definition der Anamnese und der Qualitätskriterien
einen wesentlichen Fortschritt, ebenso wie in den Empfehlungen
zur Ausbildung der ChirurgInnen. Eine Fachgruppe aus führenden
ExpertInnen, LeiterInnen, PräsidentInnen der folgenden
Organisationen bzw. Gesellschaften hat die "Leitlinien
zur weiblichen Genitalchirurgie" erarbeitet:
- Wiener
Programm für Frauengesundheit (Stadt Wien)
- Ärztekammer
für Wien
- MA
57 - Frauenabteilung der Stadt Wien
- Österreichische
Gesellschaft für plastische, ästhetische und
rekonstruktive Chirurgie
- Österreichische
Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
- Österreichische
Gesellschaft für Psychosomatik in Gynäkologie
und Geburtshilfe
- Akademie
für sexuelle Gesundheit
- Berufsverband
Österreichischer Psychologinnen und Psychologen
Download
Leitlinien zur weiblichen Genitalchirurgie:
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