Cornelia Burgert
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Veröffentlichung: 20.01.2012


Newsletter Januar 2012

Brustimplantate - das nächste Kapitel
Machte zuletzt das mögliche Krebsrisiko Schlagzeilen, sind nun gefälschte Implantate der Grund dafür. Hundertausende Frauen in mehr als 65 Ländern sind betroffen und haben potenzielle gesundheitliche Risiken und Langzeitfolgen aufgrund dieses mangelnden Medizinproduktes. Nach langem Zögern hat nun auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Entfernung der sogenannten PIP-Implantate aufgerufen. Diese Implantate zeigen Risse auf, durch die Silikon austritt, aber auch durch die unbeschädigte Hülle kann Silikon in die Brust gelangen.
Da Medizinprodukte keiner unabhängigen Kontrolle unterliegen und die Zulassung und das Qualitätssiegel des TÜV nach Studien und Angaben der Hersteller erfolgen, kann jetzt nur aufgrund von Beobachtungen über mögliche gesundheitliche Risiken und Folgen spekuliert werden.
Gemeldet wurden in der Folge des Skandals in Frankreich Entzündungen in der Brust und Krebserkrankungen der Brust und der Lymphdrüsen.
Durch die Sicherheitswarnung des BfArM können Frauen in Deutschland hoffen, dass ein Großteil der Kosten der Entfernung von den Krankenkassen übernommen wird, auch wenn die Implantate bei sogenannten Schönheitsoperationen eingesetzt wurden. Bei Brustaufbau nach Brustkrebs werden die Kosten ganz von den Krankenkassen übernommen.
Dieser neue Skandal sollte Frauen darüber nachdenken lassen, ob sie das Risiko eingehen wollen, sich ein Material einsetzen zu lassen, dessen Folgen nicht abzuschätzen sind. Bisher kommen alle Daten nur von den Herstellern.
Anhand dieses Skandals wird offenbar, dass dies auf alle Medizinprodukte in der EU zutrifft, von implantierten und injizierten "Schönheitsmitteln" bis zu künstlichen Kniegelenken. Es bedarf dringend einer Verschärfung des Medizinproduktegesetzes, neuer Zulassungsverfahren und unabhängiger, unangekündigter Prüfungen für Medizinprodukte, die für die gesamte EU gültig sind. Damit etwas in Bewegung kommt, müssen Verbraucherinnen dies bei der Politik einfordern.


40 Jahre Krebsvorsorgeprogramm in Deutschland
Vor vierzig Jahren wurde in der Bundesrepublik die gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung eingeführt, an der jede Frau ab dem 20. Lebensjahr auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen teilnehmen kann. Seit Einführung des Programms sank die Zahl der an Gebärmutterhalskrebs erkrankten und verstorbenen Frauen um mehr als 70 Prozent. Doch nach wie vor gibt es das Problem der Über-, Unter- und Fehlversorgung. Nur ca. die Hälfte der Frauen wird durch das Programm erreicht, die Qualität der Diagnostik muss verbessert werden, unnötige Eingriffe (von Konisationen bis zu Gebärmutterentfernungen) müssen reduziert bzw. vermieden werden, integrative Konzepte, wie Zellveränderungen z.B. durch Lebensstiländerungen und naturheilkundliche Methoden verbessert werden können, gilt es endlich zu etablieren. Obwohl viele Frauen regelmäßig Pap-Abstriche machen lassen, wissen auch sie über die Ursachen von Zellveränderungen und den Umgang damit zu wenig, um im realen Fall eine informierte Entscheidung treffen zu können. Deswegen haben wir dieses Thema in clio 73 aufgegriffen und alle wichtigen Informationen zu PAP-Abstrich und HPV-Infektionen sowie zur HPV-Impfung für Sie ganzheitlich auf den Punkt gebracht.


Vaginaler Ultraschall zur Früherkennung von Krebs der Eierstöcke und der Gebärmutterschleimhaut nicht zu empfehlen
In Deutschland ist es immerhin die zweithäufigste Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), der vaginale Ultraschall auf Eierstock- und Gebärmutterkrebs, welcher zu vielen unnötigen Eingriffen führt. Nur bei einer von 20 Operationen aufgrund der Ultraschall-Diagnostik findet sich tatsächlich Krebs. Gynäkologische Fachgesellschaften und Krebsgesellschaften sind sich schon länger einig, dass ein allgemeines Screening auf diese Krebserkrankungen nicht empfohlen werden kann. Die bedenkliche Schattenseite des Screenings, die Überdiagnostik, führt zu unnötigen falsch-positiven Befunden, Nachuntersuchungen und Eingriffen sowie möglichen schwerwiegenden Komplikationen dadurch. Krankenkassen wie die AOK oder TK u.a. bieten zwar nützliche Informationen zu IGeL an, doch eine systematische Bewertung aller IGeL-Angebote fehlt.
Ausführlichere Informationen dazu finden Sie in Aktuelles, clio 73, auf unserer Website: "Ein Screening, das wenig nützt und viel schadet: Früherkennung von Eierstockkrebs"


Erhöhtes Thromboembolierisiko unter neueren, hormonellen Verhütungsmitteln
Das pharma-unabhängige arznei-telegramm weist in seiner Dezember- und Januarausgabe darauf hin, der Barmer GEK Arzneimittelreport 2011 widmet dem Thema ein eigenes Kapitel: Das erhöhte Thromboembolierisiko für die Gestagene der 3. Generation (Desogestrel und Gestoden) und die neuartigen Gestagene wie Dienogest, Drospirenon und Norgestimat.
Nicht nur stufte 2009 die International Agency for Research on Cancer (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) synthetische Gestagene als potenziell krebserregend für Frauen ein, vor allem in Hinblick auf Brustkrebserkrankungen, und eine von der WHO in Auftrag gegebene systematische Übersichtsarbeit zeigte einen Risikoanstieg bei Gebärmutterhalskrebs, als besonders riskant gilt jeweils eine Langzeiteinnahme, sondern auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul Ehrlich Institut fordern jetzt in ihrem gemeinsam herausgegebenen Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (2011; Nr. 4, : 3-7, zu finden unter www.bfarm.de), kombinierte orale Kontrazeptiva mit bekannt niedrigerem Thromboembolierisiko zu bevorzugen. Eine aktuelle US-amerikanische Studie unter Mitwirkung der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA belegt darüber hinaus, dass der Nuvaring (Vaginalring) und das Hormonpflaster EVRA jeweils das Thromboembolierisiko signifikant erhöhen.
Die FFGZ-Position dazu ist bekannt: Aufgrund der unwägbaren gesundheitlichen Risiken sollten Frauen mechanische Barrieremethoden (Kondom, Diaphragma, Portiokappe) als Verhütungsmittel bevorzugen.


Termine:
Der Kongress "Integrative Therapie des Mammakarzinoms" findet am 4. und 5. Februar 2012 erstmalig in Berlin statt. Zum ersten Mal bekommt die Integrative Brustkrebstherapie eine eigene Plattform für den medizinisch-wissenschaftlichen Dialog (1. Kongresstag) sowie für den Austausch mit den Patientinnen (2. Kongresstag). Veranstalter sind der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) und die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAAD), Mitveranstalter sind Mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V. und die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr. Unter www.brustkrebs-integrativ.de finden Sie die weiteren Infos.

In eigener Sache:
Die Workshops "Luna Yoga zum Kennenlernen" sind an folgenden Samstagen: 11. Februar, 3. März, 21. April und 2. Juni, jeweils 10-14 Uhr, Infos und Anmeldung unter www.ffgz.de

Das Wochenende "Mut zur Selbstheilung - Körperorientierte Visualisierung nach der Methode Wildwuchs" findet von Freitag, 23.3. bis Sonntag, 25.3. im FFGZ e.V. statt. Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer Website www.ffgz.de, eine frühzeitige Anmeldung sichert Ihnen einen Platz.


www.ffgz.de
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