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Brustimplantate
- das nächste Kapitel
Machte zuletzt das mögliche Krebsrisiko Schlagzeilen, sind
nun gefälschte Implantate der Grund dafür. Hundertausende
Frauen in mehr als 65 Ländern sind betroffen und haben potenzielle
gesundheitliche Risiken und Langzeitfolgen aufgrund dieses mangelnden
Medizinproduktes. Nach langem Zögern hat nun auch das Bundesinstitut
für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Entfernung
der sogenannten PIP-Implantate aufgerufen. Diese Implantate zeigen
Risse auf, durch die Silikon austritt, aber auch durch die unbeschädigte
Hülle kann Silikon in die Brust gelangen.
Da Medizinprodukte keiner unabhängigen Kontrolle unterliegen
und die Zulassung und das Qualitätssiegel des TÜV nach
Studien und Angaben der Hersteller erfolgen, kann jetzt nur aufgrund
von Beobachtungen über mögliche gesundheitliche Risiken
und Folgen spekuliert werden.
Gemeldet wurden in der Folge des Skandals in Frankreich Entzündungen
in der Brust und Krebserkrankungen der Brust und der Lymphdrüsen.
Durch die Sicherheitswarnung des BfArM können Frauen in Deutschland
hoffen, dass ein Großteil der Kosten der Entfernung von
den Krankenkassen übernommen wird, auch wenn die Implantate
bei sogenannten Schönheitsoperationen eingesetzt wurden.
Bei Brustaufbau nach Brustkrebs werden die Kosten ganz von den
Krankenkassen übernommen.
Dieser neue Skandal sollte Frauen darüber nachdenken lassen,
ob sie das Risiko eingehen wollen, sich ein Material einsetzen
zu lassen, dessen Folgen nicht abzuschätzen sind. Bisher
kommen alle Daten nur von den Herstellern.
Anhand dieses Skandals wird offenbar, dass dies auf alle Medizinprodukte
in der EU zutrifft, von implantierten und injizierten "Schönheitsmitteln"
bis zu künstlichen Kniegelenken. Es bedarf dringend einer
Verschärfung des Medizinproduktegesetzes, neuer Zulassungsverfahren
und unabhängiger, unangekündigter Prüfungen für
Medizinprodukte, die für die gesamte EU gültig sind.
Damit etwas in Bewegung kommt, müssen Verbraucherinnen dies
bei der Politik einfordern.
40 Jahre Krebsvorsorgeprogramm in Deutschland
Vor vierzig Jahren wurde in der Bundesrepublik die gynäkologische
Krebsfrüherkennungsuntersuchung eingeführt, an der jede
Frau ab dem 20. Lebensjahr auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen
teilnehmen kann. Seit Einführung des Programms sank die Zahl
der an Gebärmutterhalskrebs erkrankten und verstorbenen Frauen
um mehr als 70 Prozent. Doch nach wie vor gibt es das Problem
der Über-, Unter- und Fehlversorgung. Nur ca. die Hälfte
der Frauen wird durch das Programm erreicht, die Qualität
der Diagnostik muss verbessert werden, unnötige Eingriffe
(von Konisationen bis zu Gebärmutterentfernungen) müssen
reduziert bzw. vermieden werden, integrative Konzepte, wie Zellveränderungen
z.B. durch Lebensstiländerungen und naturheilkundliche Methoden
verbessert werden können, gilt es endlich zu etablieren.
Obwohl viele Frauen regelmäßig Pap-Abstriche machen
lassen, wissen auch sie über die Ursachen von Zellveränderungen
und den Umgang damit zu wenig, um im realen Fall eine informierte
Entscheidung treffen zu können. Deswegen haben wir dieses
Thema in clio
73 aufgegriffen und alle wichtigen Informationen zu PAP-Abstrich
und HPV-Infektionen sowie zur HPV-Impfung für Sie ganzheitlich
auf den Punkt gebracht.
Vaginaler Ultraschall zur Früherkennung von Krebs der
Eierstöcke und der Gebärmutterschleimhaut nicht zu empfehlen
In Deutschland ist es immerhin die zweithäufigste Individuelle
Gesundheitsleistung (IGeL), der vaginale Ultraschall auf Eierstock-
und Gebärmutterkrebs, welcher zu vielen unnötigen Eingriffen
führt. Nur bei einer von 20 Operationen aufgrund der Ultraschall-Diagnostik
findet sich tatsächlich Krebs. Gynäkologische Fachgesellschaften
und Krebsgesellschaften sind sich schon länger einig, dass
ein allgemeines Screening auf diese Krebserkrankungen nicht empfohlen
werden kann. Die bedenkliche Schattenseite des Screenings, die
Überdiagnostik, führt zu unnötigen falsch-positiven
Befunden, Nachuntersuchungen und Eingriffen sowie möglichen
schwerwiegenden Komplikationen dadurch. Krankenkassen wie die
AOK oder TK u.a. bieten zwar nützliche Informationen zu IGeL
an, doch eine systematische Bewertung aller IGeL-Angebote fehlt.
Ausführlichere Informationen dazu finden Sie in Aktuelles,
clio
73, auf unserer Website: "Ein Screening, das wenig
nützt und viel schadet: Früherkennung von Eierstockkrebs"
Erhöhtes Thromboembolierisiko unter neueren, hormonellen
Verhütungsmitteln
Das pharma-unabhängige arznei-telegramm weist in seiner Dezember-
und Januarausgabe darauf hin, der Barmer GEK Arzneimittelreport
2011 widmet dem Thema ein eigenes Kapitel: Das erhöhte Thromboembolierisiko
für die Gestagene der 3. Generation (Desogestrel und Gestoden)
und die neuartigen Gestagene wie Dienogest, Drospirenon und Norgestimat.
Nicht nur stufte 2009 die International Agency for Research on
Cancer (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) synthetische
Gestagene als potenziell krebserregend für Frauen ein, vor
allem in Hinblick auf Brustkrebserkrankungen, und eine von der
WHO in Auftrag gegebene systematische Übersichtsarbeit zeigte
einen Risikoanstieg bei Gebärmutterhalskrebs, als besonders
riskant gilt jeweils eine Langzeiteinnahme, sondern auch das Bundesinstitut
für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul
Ehrlich Institut fordern jetzt in ihrem gemeinsam herausgegebenen
Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (2011; Nr. 4, : 3-7, zu finden
unter www.bfarm.de), kombinierte orale Kontrazeptiva mit bekannt
niedrigerem Thromboembolierisiko zu bevorzugen. Eine aktuelle
US-amerikanische Studie unter Mitwirkung der US-amerikanischen
Arzneimittelbehörde FDA belegt darüber hinaus, dass
der Nuvaring (Vaginalring) und das Hormonpflaster EVRA jeweils
das Thromboembolierisiko signifikant erhöhen.
Die FFGZ-Position dazu ist bekannt: Aufgrund der unwägbaren
gesundheitlichen Risiken sollten Frauen mechanische Barrieremethoden
(Kondom, Diaphragma, Portiokappe) als Verhütungsmittel bevorzugen.
Termine:
Der Kongress "Integrative Therapie des Mammakarzinoms"
findet am 4. und 5. Februar 2012 erstmalig in Berlin statt.
Zum ersten Mal bekommt die Integrative Brustkrebstherapie eine
eigene Plattform für den medizinisch-wissenschaftlichen Dialog
(1. Kongresstag) sowie für den Austausch mit den Patientinnen
(2. Kongresstag). Veranstalter sind der Dachverband Anthroposophische
Medizin in Deutschland (DAMiD) und die Gesellschaft Anthroposophischer
Ärzte in Deutschland (GAAD), Mitveranstalter sind Mamazone
- Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V. und die Gesellschaft
für Biologische Krebsabwehr. Unter www.brustkrebs-integrativ.de
finden Sie die weiteren Infos.
In
eigener Sache:
Die Workshops "Luna Yoga zum Kennenlernen" sind
an folgenden Samstagen: 11. Februar, 3. März, 21. April und
2. Juni, jeweils 10-14 Uhr, Infos und Anmeldung unter www.ffgz.de
Das
Wochenende "Mut zur Selbstheilung - Körperorientierte
Visualisierung nach der Methode Wildwuchs" findet von
Freitag, 23.3. bis Sonntag, 25.3. im FFGZ e.V. statt. Mehr Informationen
dazu finden Sie auf unserer Website www.ffgz.de,
eine frühzeitige Anmeldung sichert Ihnen einen Platz.
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