Sie befinden sich hier: http://www.ffgz.de / faq / faq_osteoporose.htm
 
 

Häufige Fragen zur Osteoporose

 

1)

Was ist Osteoporose?

2)

Gibt es Anzeichen einer Osteoporose?

3)

Welches sind die Risikofaktoren, die eine Osteoporose-Erkrankung begünstigen?

4)

Was besagt die Knochendichte-Messung?

5)

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Menopause und Osteoporose?

6)

Welche Möglichkeiten der Vorbeugung gibt es bei Osteoporose?

7)

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Osteoporose?

8)

Welches sind die wichtigsten Medikamente?
   
 

1)

Was ist Osteoporose?
Osteoporose bedeutet "porös gewordene Knochen". Es handelt sich um eine Erkrankung des gesamten Skeletts, bei der die Knochen in erheblichem, anormalem Maße (mehr als 25%) an Knochenmasse verlieren. Dieser Substanzverlust führt zu einer erhöhten Bruchanfälligkeit. Bei Osteoporose ist der Knochenstoffwechsel gestört. Die Ursachen für diese Erkrankung sind vielfältig und noch nicht vollkommen geklärt.
zum Seitenanfang
2) Gibt es Anzeichen einer Osteoporose?
Osteoporose entsteht meist schleichend und wird deshalb häufig erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Schmerzen und Beschwerden im Rückenbereich können viele Ursachen haben und weisen nicht unbedingt auf Osteoporose hin.
Arthritis oder auch Arthrose sind nicht mit Osteoporose zu verwechseln. Eine Abnahme der Körpergröße von über 4 cm und die Entstehung des bekannten "Witwenbuckels" sind für Laien die deutlichsten Zeichen.
zum Seitenanfang
3) Welches sind die Risikofaktoren, die eine Osteoporose-Erkrankung begünstigen?
  • Veranlagung (d.h. Mutter, Großmutter oder Tante erkrankten)
  • Ernährungsmangel im Alter und in der Jugend
  • Bewegungsmangel
  • Lang andauernder Hormonmangel durch: z.B. Entfernung der Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr oder frühe Wechseljahre, langjähriges Ausbleiben der Menstruation, Magersucht, Leistungssport
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Starkes Rauchen
  • Untergewicht bzw. Schlanker Körperbau
  • Störungen von Magen, Darm oder Nieren
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Längere Einnahmen von Kortison oder Heparin (die Blutgerinnung hemmender Stoff)

Sie sind in der Regel gefährdet, wenn mehrere dieser Risikofaktoren bei Ihnen zutreffen. Sie können jedoch viele davon meiden bzw. ausgleichen und so der Entwicklung einer Osteoporose vorbeugen.

zum Seitenanfang
4) Was besagt die Knochendichte-Messung?
Diese Messung ist nur ein Teil der geforderten Stufen- Diagnose aus körperlicher Untersuchung, Ermittlung der Risikofaktoren durch ausführliche Anamnese und Blutuntersuchung zur Differenzialdiagnostik. Sie sollte nur durchgeführt werden, wenn ein Risiko (s.o.) für diese Erkrankung angenommen wird. Eine Messung am Handgelenk bzw. Fußknöchel ist zu ungenau und bietet derzeit keine Grundlage für eine Therapie. Besteht aufgrund einer solchen Messung ein Osteoporose -Verdacht, muss dies durch eine Messung mit der DEXA- Methode an der Lendenwirbelsäule und im Oberschenkel-Bereich in einem darauf spezialisierten Institut bestätigt werden. Welche Maßnahmen aufgrund des Messergebnisses ergriffen werden sollten, entscheidet bei älteren Personen (>60 Jahre) weniger die Definition Osteoporose (diese bedeutet mehr als 25% Abweichung vom T-Wert = durchschnittliche maximale Knochendichte mit 30 Jahren), sondern die Abweichung vom altersgemäßen Wert (= Z-Wert). Außerdem sollte eine zusätzliche Blutuntersuchung abklären, ob gerade ein verstärkter Knochenabbau stattfindet und welche Ursachen für die verminderte Knochendichte vorliegen (z.B. erhöhte Schilddrüsen- Hormone, erhöhtes Parathormon). Eine Vergleichs- bzw. Kontrollmessung sollte frühestens nach einem Jahr von demselben Institut mit derselben Messmethode am selben Messort des Körpers durchgeführt werden.
zum Seitenanfang
5) Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Menopause und Osteoporose?
Bei einer Reihe von Frauen in und unmittelbar nach den Wechseljahren wurde ein besonders rascher Knochendichteabbau festgestellt (3-5% pro Jahr), der sich aber nach einigen Jahren wieder verlangsamt und normalisiert. Da jedoch alle Frauen die Wechseljahre erleben und nur eine kleine Anzahl erkrankt, kann der Rückgang der Östrogene allein nicht der entscheidende Risikofaktor für Osteoporose sein.
zum Seitenanfang
6)

Welche Möglichkeiten der Vorbeugung gibt es bei Osteoporose?
Nach heutigem Forschungsstand (2006) darf die Hormontherapie nicht mehr zur Vorbeugung von Osteoporose eingesetzt werden. Ein Schutz vor Knochenbrüchen besteht nur bei Langzeiteinnahme. Bei dieser steigt jedoch das Brustkrebsrisiko an: Jeder verhinderte Oberschenkelhalsbruch (mit über 75 Jahren) wird, statistisch gesehen, durch eine Brustkrebserkrankung (häufig mit 60 Jahren) "erkauft". Zusätzlich erhöht sich durch die Hormongabe das Thrombose-Risiko, das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Gallenwegs-Erkrankungen und Inkontinenz.

Zur Vorbeugung einer Osteoporose gibt es bessere Alternativen, die mit geringeren bzw. gar keinen Nebenwirkungen behaftet sind: Sie besteht in der Hauptsache aus gezieltem, regelmäßig durchgeführtem Bewegungs-Training und einer mineralstoffreichen, vorwiegend vegetarischen Ernährung (mit Milchprodukten!) in die ein bis zwei mal pro Woche Soja, Hirse und andere Nahrungsmittel, die viele Phytoöstrogene enthalten, integriert werden.
Je nach Art und Anzahl der individuellen Risikofaktoren reicht selbst bei einer Knochendichte im unteren Normbereich diese intensivierte knochenfreundliche Lebensführung meistens aus, um einer Osteoporose vorzubeugen.

zum Seitenanfang
7) Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Osteoporose?
Osteoporose kann wie andere Alterserkrankungen nachhaltig die Lebensqualität beeinflussen. Obwohl in Diagnostik und Therapie Fortschritte erzielt wurden, erhält nur etwa jede vierte Patientin eine adäquate Therapie. Die teuren Bisphosphonate, Mittel der Wahl zur Osteoporose-Therapie, werden immer noch zu zögernd verschrieben, da sie das Budget der einzelnen ÄrztInnen sehr belasten. Die Kosten für die unbestritten wichtige Krankengymnastik und andere physikalische Therapien werden von den Krankenkassen nur zu einem geringen Teil übernommen. Ebenso die Kosten der Knochendichtemessungen, die erst nach einem osteoporotischen Bruch von den Kassen bezahlt werden. Sie werden auch zu massiv Frauen ohne besonderer Osteoporosegefährdung angeboten, anstatt diejenigen gezielt zu untersuchen, die ein höheres Risiko haben und demnach am stärksten von einer Messung profitieren würden.

Dies führt dazu, dass einerseits Frauen allein aufgrund der Ergebnisse ihrer Knochendichtemessung, ohne weitere Abklärung mit teuren Medikamenten übertherapiert werden. Andererseits Frauen, die eine Abklärung gebraucht hätten, aus wirtschaftlichen Gründen keine Messung vornehmen ließen und nun zu spät oder gar keine Therapie erhalten.

Die neuen Leitlinien zu Diagnostik und Therapie des Dachverbandes Osteologie und der Arzneimittelkomission der Deutschen Ärzteschaft sollen die bisherigen Fehler korrigieren helfen. Die Patientenversion kann direkt von den Gesellschaften angefordert werden.

zum Seitenanfang
8)

Welches sind die wichtigsten Medikamente?
Ältere Personen über 70 Jahre mit einer leichten Osteoporose können allein mit einer hohen Dosierung Vitamin D zur Vorbeugung, Schmerzlinderung und Behandlung der Osteoporose auskommen.
Das Mittel Raloxifen (Evista®) ist zwar auch ein Hormon, das jedoch gezielter am Knochen wirkt und weniger an der Brust und der Gebärmutter. Es wird mit einigem Erfolg zur Osteoporose-Prophylaxe und Osteoporose-Behandlung eingesetzt. Es bremst den Knochenabbau, erhöht jedoch wie die Östrogene und Gestagene das Thromboserisiko. Bei der Einnahme kommt es häufig zu Hitzewallungen und anderen Wechseljahres-Symptomen.

Mittel der ersten Wahl zur Behandlung einer Osteoporose sind die Bisphosphonate Alendronat (Fosamax®) und Risedronat (Actonel®). Sie belasten allerdings häufig den Verdauungstrakt durch Entzündungen. Eine Möglichkeit, diese Nebenwirkung zu mindern, ist bislang die wöchentliche Einnahme einer höheren Dosis.
Bei allen Therapien sollten zusätzlich Kalzium-(bzw. Kalzium und Vitamin D) Tabletten eingenommen werden.

   
   
Weitere Informationen finden Sie in unserer völlig überarbeiteten im Juni 2009 neu erschienenen Broschüre "Wechseljahre - Praktische Begleitung für diese Lebensphase", die Sie hier bestellen können, sowie in Beratungen und Veranstaltungen des FFGZ zu diesem Thema. (siehe hier in unserem neuen Programm).
   
 
zum Seitenanfang