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Häufige Fragen zur Schilddrüse

 

1)

Wann sollte ich zusätzlich Jod zu mir nehmen?

2)

Bei welchen Störungen ist Jod schädlich?

3)

Bei welcher Störung bekomme ich Schilddrüsenhormone?

4)

Sind Schilddrüsenhormone genauso schädlich wie die Hormontherapie in den Wechseljahren?

5)

Welche Knoten der Schilddrüse sind gefährlich?

6)

Wie lange kann ich Schilddrüsenblocker (Thyreostatika wie Favistan, Tiamazol) nehmen?

7)

Was muss abgeklärt werden, um eine Schilddrüsen-Fehlfunktion zu ermitteln?

8)

Welche Rolle spielt die Ernährung zur Unterstützung der Schilddrüse?

9)

Wieso ist Jod ein Stoff, der viele Diskussionen auslöst?
   
 

1)

Wann sollte ich zusätzlich Jod zu mir nehmen?
Wenn in fordernden Lebenssituationen (Pubertät, Schwangerschaft) der Jodgehalt der gewohnten Ernährungweise nicht ausreicht und ein Druck im Hals oder ein Kropf entstanden ist. Vorher wäre zu klären, ob dieser auf einen Jodmangel zurückzuführen ist.
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2)

Bei welchen Schilddrüsenstörungen ist Jod schädlich?
Bei allen Überfunktionen, da die Schilddrüse zu stark angeregt wird, und bei den Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse: dem Morbus Basedow (ohnehin eine Überfunktion) und der Hashimoto Thyreoiditis.
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3)

Bei welcher Störung bekomme ich Schilddrüsenhormone?
Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse oder bei einem Kropf, der neu in einer fordernden Lebenssituation entstanden ist und bei dem Hoffnung besteht, dass er sich durch die Medikation zurückbildet bzw. nicht weiter wächst. Auch nach einer Operation der Schilddrüse, die aufgrund einer Überfunktion (Entfernen eines heißen Knotens) gemacht wurde, kann es erforderlich sein, im Anschluss Schilddrüsenhormone einzunehmen.
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4)

Sind Schilddrüsenhormone genauso schädlich wie die Hormontherapie in den Wechseljahren?
Nein, wenn die Schilddrüsenhormone richtig eingestellt sind und das ergänzen, was fehlt, haben sie fast keine Nebenwirkungen, nur selten werden sie nicht vertragen. Zur genauen Einstellung gehört auch das jährliche Überprüfen der Werte. Bei einer "Suppressionstherapie", bei der die Schilddrüsenhormone in grenzwertig hoher Konzentration gegeben werden, besteht die Gefahr, eine Osteoporose zu entwickeln.
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5)

Welche Knoten der Schilddrüse sind gefährlich?
Im heißen Knoten befindet sich überaktives Schilddrüsengewebe, welches zu einer Überfunktion führen kann. Im kalten Knoten kann sich unter seltenen Umständen Krebs entwickeln. Alle länger bestehenden Kröpfe enthalten viele oder einzelne kalte Knoten. Diese sind in der Regel nicht bedenkenswert. Sollten sie jedoch wachsen oder sich anderweitig verändern, kann eine Punktion helfen, das Krebsrisiko abzuklären. Schilddrüsenkrebs ist selten (0,5-1,5% allerKrebserkrankungen).
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6)

Wie lange kann ich Schilddrüsenblocker (Thyreostatika wie Favistan, Tiamazol) nehmen?
Diese Medikamente sind aufgrund ihrer starken Nebenwirkungen nicht für eine Langzeittherapie geeignet. Wie lange sie eingenommen werden können, hängt von der erforderlichen Konzentration der "Erhaltungsdosis" ab und davon, wie sie individuell vertragen wird.
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7)

Was muss abgeklärt werden, um eine Schilddrüsen-Fehlfunktion zu ermitteln?
Der TSH- Wert sollte bestimmt werden. Liegt dieser nicht in der Norm, sollten zusätzlich spezielle Antikörper, die eine Autoimmunerkrankung (Morbus Basedow, Hashimoto Thyreoiditis) der Schilddrüse aufdecken, untersucht werden. Symptome können bereits auftreten, ohne dass die Werte im Blut darauf hinweisen. Deshalb ist die Anamnese, das Abtasten der Schilddrüse und der Ultraschall durch erfahrene SpezialistInnen, ein wichtiger Teil der Diagnose.
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8)

Welche Rolle spielt die Ernährung zur Unterstützung der Schilddrüse?
Der nicht zu unterschätzende Einfluss, den die Ernährung auf die Schilddrüse hat, zeigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, als aufgrund des hohen Kohlverzehrs die Zahl der Kröpfe in Deutschland erheblich anstieg. Inhaltsstoffe in vor allem rohen Kohl fangen Jod weg und wirken sich auf eine Schilddrüse, die dieses braucht, ungünstig aus, die jenige jedoch, für die Jod schädlich ist, wird entlastet.

Bei Überfunktion und auch bei Hashimoto Thyreoiditis, einer speziellen Unterfunktion, verstärkt ein zu hoher Jodgehalt der Nahrung das Krankheitsgeschehen. Es sollten weder Jodsalz noch Jodtabletten eingenommen werden. Eine Ausnahme ist nach Absprache mit Schilddrüsenspezialisten in der Schwangerschaft gegeben.

Je nach den auftretenden Symptomen können bestimmte Nahrungsmittel von besonderem Nutzen sein wie z.B. ungesättigte Fettsäuren bei sprödem, trockenem Haar. Außerdem benötigt die Schilddrüse nicht nur Jod, auch Vitamin A, Zink und Selen spielen eine wichtige Rolle.

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9)

Wieso ist Jod ein Stoff, der viele Diskussionen auslöst?
Um das Auftreten von Kröpfen zu reduzieren, wurde die Jodversorgung in Deutschland verbessert. Neben der Empfehlung, jodiertes Speisesalz im Haushalt zu verwenden, sind immer mehr Lebensmittel (bspw. in Bäckereien und Fleischereien) mit jodiertem Salz hergestellt worden. In den USA und Skandinavien wird diese allgemeine Jodierung schon länger durchgeführt, was dazu geführt haben soll, die Anzahl der Kropferkrankungen erheblich zu senken.

So sinnvoll eine allgemeine Jodmangelprophylaxe auch sein mag, sie hat auch ihre negativen Seiten. In den Ländern mit dem höchsten Jodverbrauch, Japan und USA, sind Autoimmunerkrankungen (Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Basedow) am häufigsten. Auch in Deutschland soll die Anzahl der Basedow-Erkrankungen zugenommen haben.

Die Jodierung sämtlicher Lebensmittel erschwert die Behandlung von Überfunktionen und der Hashimoto Thyreoiditis.

Dadurch dass der Jodgehalt nicht deklariert werden muss, ist es in Deutschland schwer, der jodierten Kost auszuweichen. Selbst das Fleisch von Biobauern ist heute aufgrund der jodierten Futtermittel mit Jod angereichert. Einheimische Gemüse, die von Natur aus Jod enthalten, wie Bohnen, Möhren, Zwiebeln etc. sind mittlerweile über Bio- oder Kunstdünger zusätzlich mit Jod versetzt. Auch Milchprodukte, Eier und Butter werden in Deutschland nicht ohne Jodzusätze erzeugt.

Die Schilddrüse ist bei den meisten Menschen in der Lage, sich auf einen niedrigen bzw. höheren Jodgehalt der Nahrung einzustellen. Bei nicht ausheilender Akne oder schwer in den Griff zu bekommenden Schilddrüseproblemen und auch anderen Erkrankungen sollte überdacht werden, ob die Jodzufuhr dabei eine Rolle spielen könnte.

Da der Jodbedarf primär über die Nahrungsaufnahme gedeckt werden sollte, ist es dringend erforderlich, die Lebensmittel, die Jodzusätze enthalten, besonders zu kennzeichnen. Neben diesen müssen auch jodfreie bzw. solche mit nur einem sehr geringen Jodgehalt ohne größeren Aufwand erhältlich sein, um einer übermäßigen Jodaufnahme bewußt ausweichen zu können.

   
   
Christina Sachse, FFGZ, Berlin
Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre: "Die Schilddrüse - Kleines Organ mit großer Wirkung", die Sie hier bestellen können sowie in Beratungen und Veranstaltungen des FFGZ zu diesem Thema. (siehe hier in unserem aktuellen Programm).
 
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