Sie befinden sich hier: http://www.ffgz.de / faq / faq_wj.htm
 
 

Häufige Fragen zu den Wechseljahren

 

1)

Mein Zyklus ist etwas unregelmäßiger und meine Blutungen sind stärker bzw. schwächer geworden, je nachdem. Sind das die beginnenden Wechseljahre?

2)

Wann beginnen die Wechseljahre?

3)

Was kann zu einem früheren Beginn der Wechseljahre führen?

4)

Wie lange dauern die Wechseljahre und was passiert dabei?

5)

Was sind typische Anzeichen der Wechseljahre?

6)

Ist es sinnvoll einen Hormonstatus zu erheben?

7)

Was ist mit der Verhütung?

8)

Welches Verhütungsmittel ist zu empfehlen?

9)

Verändert sich das Lustempfinden?

10)

Meine Gynäkologin rät mir zur Hormontherapie, obwohl ich eher geringe Beschwerden habe. Ich bin unsicher. Was ist da der aktuelle Stand?

11)

In letzter Zeit las ich von Studien, die einen Schutz vor Herzinfarkt durch die Hormontherapie belegen sollen?

12)

Es gibt GynäkologInnen, die die Hormontherapie nicht nur für die Prävention von Herzinfarkten, sondern auch z.B. zu Anti-Aging-Zwecken verordnen. Was ist davon zu halten?

13) Was kann ich also sinnvollerweise bei Beschwerden tun?
   

 

1) Mein Zyklus ist etwas unregelmäßiger und meine Blutungen sind stärker bzw. schwächer geworden, je nachdem. Sind das die beginnenden Wechseljahre?
 

Häufig kündigen sich die Wechseljahre bei Frauen in der Zeit von Mitte Vierzig bis Mitte Fünfzig so an. Manche Frauen haben aber ganz regelmäßige Zyklen bis zur Menopause (das ist die Zeit nach der letzten Blutung). Einige Frauen klagen in dieser Zeit auch über stärker werdende Blutungen. All dies ist normal, von Frau zu Frau unterschiedlich und auch abhängig von der jeweiligen Lebenssituation.

zum Seitenanfang
2) Wann beginnen die Wechseljahre?
  Normalerweise zwischen 45 und 55, vor 40 spricht man von Frühen Wechseljahren. Das Durchschnittsalter ist 51 Jahre.
zum Seitenanfang
3) Was kann zu einem früheren Beginn der Wechseljahre führen?
 

Rauchen, operative Eingriffe nahe an den Eierstöcken wie bspw. eine Gebärmutterentfernung oder eine Sterilisation, eine Myomembolisation (siehe 'Häufige Fragen': Myome) oder auch starke Belastungen können den Beginn etwas vorverlegen. Sogenannte Frühe Wechseljahre vor 40 können verursacht werden durch Schilddrüsenprobleme, Diabetes, Fehlernährung, Magersucht, Autoimmunerkrankungen, rheumatische Arthritis, Chemotherapie und Bestrahlung. Auch eine familiäre genetische Disposition kann eine Rolle spielen.

zum Seitenanfang
4) Wie lange dauern die Wechseljahre und was passiert dabei?
 

Die Zeit der spürbaren hormonellen Umstellung dauert in der Regel zwei bis sieben Jahre. Sie ist keine abrupt einsetzende Veränderung, sondern ein sehr langsamer Prozess, währenddessen die Hormonproduktion nach und nach weniger wird, der Zyklus sich verändern kann und die Möglichkeit, schwanger zu werden, abnimmt.

zum Seitenanfang
5) Was sind typische Anzeichen der Wechseljahre?
 

Die klassischen Anzeichen sind Zyklusunregelmäßigkeiten, Blutungsveränderungen und Hitzewallungen. Alle drei Symptome können, müssen aber nicht auftreten.

zum Seitenanfang
6) Ist es sinnvoll, einen Hormonstatus zu erheben?
 

Diese Frage lässt sich mit einem einfachen NEIN beantworten. Die Bestimmung der Hormonwerte im Blut ist fast immer überflüssig, da die Intensität möglicher Beschwerden unabhängig von der Höhe der Werte ist. Frauen haben nicht nur unterschiedliche Hormonwerte, sondern sie reagieren auch ganz unterschiedlich auf gleiche Hormonmengen. Außerdem schwanken die Hormonwerte in der Umstellungsphase ständig, so dass die Ergebnisse nur immer gerade für den Moment gelten können.

zum Seitenanfang
7) Was ist mit der Verhütung?
 

Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zwischen 45 und 55 ist zwar sehr gering, doch es besteht die Möglichkeit, schwanger zu werden, solange die Blutung kommt. Verhütung ist also notwendig bis ca. ein Jahr nach der letzten Blutung.

zum Seitenanfang
8) Welches Verhütungsmittel ist zu empfehlen?
 

Hormonelle Verhütungsmittel dürfen ab 50 Jahren nicht mehr genommen werden. Raucherinnen wird schon ab 35 Jahren wegen des hohen Thromboserisikos davon abgeraten. Auch die gestagenhaltige Spirale Mirena®, die häufig in dieser Zeit von GynäkologInnen bei starken Blutungen empfohlen wird, ist kritisch zu sehen: Sie ist teuer, kann bei Nebenwirkungen nicht eigenständig abgesetzt werden, manche Frauen haben weiterhin starke Blutungen und fühlen sich durch sie depressiv.
Seit Mai 2009 gibt es einen Warnhinweis der Arzneimittelkommission der Ärzteschaft zu Mirena®, siehe auch Aktuelles / Wichtig zu wissen.
Wir favorisieren die mechanischen Barrieremethoden Diaphragma und Portiokappe (Näheres auf unserer Website unter dem Button Verhütung
). Beides sind kostengünstige, unschädliche und sichere Verhütungsmittel, die gerade in dieser Lebensphase den hormonellen Verhütungsmitteln weit überlegen sind, da sie u.a. nicht in den Hormonzyklus eingreifen.

zum Seitenanfang
9) Verändert sich das sexuelle Lustempfinden?
 

Es kommt sehr auf die individuelle Lebens- und Beziehungssituation an, allgemeingültige Aussagen lassen sich nicht treffen. Das Sexualhormon Östrogen wird zwar weniger ausgeschüttet und manche Frauen haben das Gefühl, dass das ihre Libido verringert, doch andere Frauen berichten von keiner Veränderung oder sogar einer Verbesserung. In der clio 68 gibt es einen Artikel über Sexualität.

zum Seitenanfang
10) Meine Gynäkologin rät mir zur Hormontherapie, obwohl ich eher geringe Beschwerden habe. Ich bin unsicher. Was ist da der aktuelle Stand?
 

In den letzten Jahren haben verschiedene, groß angelegte internationale Studien gezeigt, dass bei der Hormontherapie in den Wechseljahren die Risiken den Nutzen überwiegen. Nun liegen auch Daten einer deutschen Studie namens MARIE des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf vor. Sie belegen, dass 20% der Fälle von invasivem Brustkrebs auf die Hormontherapie zurückgehen, weitere 12% auf den Mangel an körperlicher Aktivität. Seit September 2009 gibt es eine S-3 Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie + Geburtshilfe, die besagt, dass Hormone nur bei sehr starken Hitzewallungen angewendet werden sollen über einen kurzen Zeitraum.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), gynäkologische Fachgesellschaften, das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung sowie die Gesundheitsministerkonferenz fordern eine zügige Umsetzung der geltenden Leitlinien: Hormone sollen nur noch verordnet werden bei starken Hitzewallungen, begleitet von Schweißausbrüchen, sowie neu aufgetretener vaginaler Trockenheit. Die Hormone sollen so niedrig dosiert wie erforderlich maximal 1-2 Jahre genommen werden - nach genauer Abklärung der Risikofaktoren. Lange wurden die Hormone zur Prävention von Herzkreislauferkrankungen und Osteoporose eingesetzt. Inzwischen ist durch wissenschaftliche Studien belegt, dass Hormone nicht zur Prävention geeignet, sondern sogar kontraindiziert sind.

In Deutschland verzichten immer mehr Frauen auf die HT. Nahmen im Jahr 2000 noch 37% der Frauen zwischen 45 und 65 Jahren Hormone, sank der Anteil kontinuierlich auf 12,7% im Jahr 2007. Seit dem Jahr 1999 nahmen die Hormonverordnungen bis 2009 um 68% ab.

Vollwertige Ernährung, regelmäßige sportliche Betätigung, Stressreduktion und bestimmte naturheilkundliche Mittel können sehr hilfreich sein.

zum Seitenanfang
11) In letzter Zeit las ich von neuen Studien, die einen Schutz vor Herzinfarkten durch die Hormontherapie belegen sollen. Stimmt das?
 

Es gibt keine neue Studien, die diesen Nutzen belegen. Eine Re-Analyse von Zahlen aus der WHI-Studie, bezogen auf die 50 - 59jährigen Frauen, hatte nicht signifikante Ergebnisse. Dies bedeutet, dass eine Hormontherapie keinen Schutz vor Herz- und Kreislauferkrankungen bietet. Trotz des fehlenden wissenschaftlichen Nachweises, gibt es Mediziner, die aus diesem Ergebnis einen angeblichen Schutz herleiten.

zum Seitenanfang

12)

Es gibt GynäkologInnen, die die Hormontherapie nicht nur für die Prävention von Herzinfarkten, sondern auch z.B. zu Anti-Aging-Zwecken verordnen. Was ist davon zu halten?

 

Eine repräsentative Befragung von 400 GynäkologInnen durch das Wissenschaftliche Institut der AOK im Juli 2005 hat tatsächlich ergeben, dass 60% der Gynäkologen und 41% der Gynäkologinnen eine Hormonbehandlung für wichtig halten, um dem Alterungsprozess der Frau entgegenzuwirken - und das, obwohl es bis heute keinerlei wissenschaftlichen Nachweis dieses Effekts durch Hormone gibt.

zum Seitenanfang
13)

Was kann ich also sinnvollerweise bei Beschwerden tun?

  Heutzutage stehen eine vollwertige Ernährung, ausreichend Bewegung und Stressreduktion im Vordergrund. Auch eine naturheilkundliche Behandlung kann Abhilfe schaffen.
   
   
   

Wenn Sie weitere Fragen zu den Wechseljahren haben, können Sie sich an das nächste Frauengesundheitszentrum in Ihrer Nähe wenden. Die Adressen und Telefonnummern finden Sie auf der Website vom Bundesverband der Frauengesundheitszentren.
Zu allen aufgeführten Fragen finden Sie ausführliche Antworten und noch viel mehr in unserer Broschüre "Wechseljahre - Praktische Begleitung für diese Lebensphase" (2012), die Sie hier bestellen können, sowie in Beratungen und Veranstaltungen des FFGZ zu diesem Thema. (siehe hier in unserem aktuellen Programm).

Cornelia Burgert, FFGZ Berlin
 
zum Seitenanfang