Petra Bentz

In Deutschland werden jedes Jahr ca. 150.000 Gebärmutterentfernungen (Hysterektomie) durchgeführt. Nur etwa 10% von ihnen sind im streng medizinischen Sinn unumgänglich, aufgrund von Gebärmutterkörperkrebs, die übrigen 90% finden aufgrund von gutartigen Erkrankungen statt. Etwa jede sechste Frau verliert so ihre Gebärmutter. Aller Kritik zum Trotze bleiben die Zahlen stabil hoch, obwohl dieser operative Eingriff diverse gesundheitliche und psychische Folgen für Frauen nach sich ziehen kann. Und das, obwohl es bei vielen Gründen (Indikationen), die zur Gebärmutterentfernung führen, erprobte Alternativen gibt.
Die Gebärmutter genießt in unserer Gesellschaft kein sehr hohes Ansehen. Dabei ist sie für die meisten Frauen das weibliche Organ: Sie begleitet sie von der ersten Menstruation an, die Kinder wachsen in ihr heran und bei der Sexualität spielt sie für einige eine schöne Rolle. Sie ist wichtig für die Stabilität im Becken und viele Frauen empfinden sie als ihre tragende Mitte.
Es sind überwiegend gutartige Erkrankungen, vor allem Myome, Blutungsstörungen und Gebärmuttersenkungen, die zu einer Entfernung führen.
Viele Blutungen außerhalb der Menstruation, aber auch sehr starke oder verlängerte Blutungen haben ihre Ursache nicht in der Gebärmutter, sondern sind durch Schwankungen im Hormonhaushalt bedingt und kommen häufig in der hormonellen Umstellungsphase der Wechseljahre, also ab Mitte vierzig vor. Freude, Stress, Krankheiten, körperliche oder psychische Belastungen können sich hier auswirken.
Oft hilft eine homöopathische oder pflanzenheilkundliche Unterstützung oder eine Behandlung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Auch körperidentische Progesteronhormone (siehe Clio 84) oder die Endometriumablation können die Blutungsproblematik lindern. Bei Gebärmuttersenkungen sind die Pessartherapie und gezieltes Beckenbodentraining hilfreich.
Myome sind immer noch die häufigste Ursache für eine Gebärmutterentfernung. Bei etwa 30% aller Frauen treten zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr diese fast immer gutartigen Neubildungen aus Muskelgewebe auf – häufig unbemerkt und ohne Beschwerden hervorzurufen. In diesem Fall ist keinerlei Behandlung notwendig. Myome können aber auch die Ursache für starke Blutungen und ungewollte Kinderlosigkeit sein. In den Wechseljahren bilden sich Myome durch das Nachlassen der Östrogenproduktion zurück.

So werden Frauen immer noch viel zu wenig über die verschiedenen Optionen jenseits einer Gebärmutterentfernung informiert, obwohl sie sich meistens eine organerhaltende Behandlung wünschen. Eine umfassende Aufklärung findet oft nicht statt, stattdessen werden Frauen häufig unter Druck gesetzt, diesen Eingriff machen zu lassen.
In jedem Fall sollten sie sich eine zweite Meinung einholen und sich genügend Zeit für die Entscheidung nehmen.

Wir bieten Beratung rund um die Themen Gebärmuttersenkung, Myome und starke Blutungen an. Anmeldung Beratung

  

In der Clio Nr. 80 zum Thema „Vierzig plus: Neue Lebensphase – neue gesundheitliche Herausforderungen“ findet sich der Artikel „Gebärmutterentfernung – immer noch viel zu häufig durchgeführt“.

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