Ehrliche Worte zum Frauenmärz

Feministischer Kampftag, internationaler Frauentag, Frauenkampftag - der 8. März hat viele Bezeichnungen aber vor Allem ein Ziel: die Welt besser und sicherer machen, Feminismus stärken.

Viele von uns sind um den 8. März herum aber nicht (nur) wütend, sondern auch erschöpft. Vor allem viele Kolleg*innen aus den Frauenberatungstellen, feministischen Projekten, Gewaltschutzaktivismus.

Deswegen standen wir am 8. März zusammen und haben unsere Forderungen und Gefühle als Redebeitrag auf die Straße getragen. 

Ein kleiner Auszug aus unserer Rede:

"Wir sind hier, weil Gewalt krank macht – körperlich und seelisch. Und weil unser Gesundheitssystem darauf keine ausreichende Antwort hat.

Wir alle kennen die Zahlen. Wir alle wissen, dass Gewalt kein individuelles Problem ist, sondern ein strukturelles. Und doch: die Versorgungslücken bleiben. Forschung bleibt aus. Wissen über die gesundheitlichen Folgen bleibt unsichtbar. 

Betroffene werden alleine gelassen.

Gewalt schreibt sich in den Körper ein. Sie hinterlässt Spuren – nicht nur in der Seele, sondern im gesamten Organismus. Frauen, inter, trans und nicht-binäre Menschen, die sexualisierte Gewalt überlebt haben, leben oft mit chronischen Schmerzen, gynäkologischen Beschwerden, Hauterkrankungen, Entzündungen, Schlafstörungen, Ess- oder Suchterkrankungen. Mit Herz-Kreislauf-Problemen, Erschöpfung, Angst und Depression. Das sind keine Einzelfälle – das sind Muster. 

Und dennoch: Betroffene werden alleine gelassen.

Und doch wissen es die wenigsten Ärzt*innen. Oft wird der Zusammenhang zwischen Gewalt und Gesundheit gar nicht erkannt. Und gar nicht abgefragt. Betroffene erleben dann Behandlungen, Operationen, invasive Untersuchungen, die retraumatisieren – statt zu helfen.

Gleichzeitig fällt es vielen schwer, überhaupt medizinische Hilfe zu suchen. Wie soll Heilung gelingen, wenn Arztpraxen und Krankenhäuser keine sicheren Orte sind? Wenn sie nicht queersensibel, nicht diskriminierungsarm, nicht rassismuskritisch arbeiten?

Und die Betroffenen? Bleiben allein.

Damit sich das ändert, braucht es echte politische Verantwortung: Forschung zu den gesundheitlichen Folgen von Gewalt, sichere Räume zur medizinischen Versorgung, ausreichend finanzierte Strukturen, kein Kampf gegen Windmühlen von Beratungsstellen, Zentren, Frauenhäusern und Aktivist*innen. 

Wer von uns ist denn nicht am Limit? Wer von uns sieht denn nicht diesen riesigen Bedarf und fragt sich, wie wir das mit Unterbesetzung, fehlenden Räumlichkeiten, gekürzten Projekten stemmen sollen.

Seit Jahrzehnten ist das FFGZ Berlin Teil vom Kampf gegen Windmühlen: informiert, unterstützt, begleitet. Und trotzdem stehen wir heute wieder hier und müssen alles noch einmal sagen. Es ist frustrierend.Wir wollen am nächsten 8. März nicht hier stehen und alles noch mal sagen müssen. Wir wollen, dass wir am nächsten 8. März wirklich mal feiern können, weil nämlich genug Geld da ist, damit wir unsere Arbeit richtig machen können und weil alle Gewaltbetroffenen, das bekommen was sie brauchen. 

Und weil wir, wenn wir schon mal dabei sind, das Patriarchat nämlich direkt mal abgeschafft haben und deswegen eh sicher leben können!

Wir wollen keine Rosen, keine Pralinen. Wir wollen: Gewaltschutz jetzt. Forschung jetzt. Versorgung jetzt!

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Frauenmärz: Buchpräsentation "Frauenkörper neu gesehen"

Dienstag, 17.03.2026 18:00 Uhr 

Buchpräsentation "Frauenkörper neu gesehen"

Endlich gibt es eine neue, überarbeitete Auflage des Handbuches! 

In dieser Klassikerin der feministischen Gesundheitsbewegung geht es um Wissen über unsere Anatomie, einen liebevollen Zugang zu unseren Sexualorganen und um viele Themen der Frauengesundheit. Laura Méritt experimentiert darin kreativ lustvoll und lässt den Freudenfluss fließen. In der Veranstaltung überwinden wir sozialisierte Schamgrenzen und stellen patriarchale Definitionen in Frage. 

Mit Herausgeberin und Sexologin Dr. Laura Méritt

Die Veranstaltung ist kostenfrei!

Mehr zum Frauenmärz unter: https://www.frauenmaerz.de/

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Wir suchen neue Vorständ:innen!

Unser Verein hat einen ehrenamtlichen Vorstand, der die Arbeit des Leitungsteams begleitet und Impulse für die strategische Weiterentwicklung gibt. Dieses Jahr möchten wir unseren Vorstand erweitern und aktiver gestalten. Dafür suchen wir engagierte Menschen, die Lust haben, Verantwortung zu übernehmen, feministische Gesundheitsarbeit mitzugestalten und die Zukunft des FFGZ mit uns zu denken.

Bewerbungsschluss ist der 15. März. Alle Infos findet ihr hier!

Aktuelle Veranstaltungen im FFGZ:

Schilddrüse - kleines Organ mit großer Wirkung

Montag, 16.03.2026 18:00 Uhr (vor Ort)

Wir informieren Sie über Funktion und Bedeutung der Schilddrüse, wie es zu den unterschiedlichen Störungen kommt und welchen Einfluss dies auf den gesamten Stoffwechsel hat. Angesprochen werden ebenfalls die unterschiedlichen Behandlungsmethoden und was Sie selbst tun können, um die Schilddrüsenfunktion zu unterstützen.

Infos und Anmeldung

Kraftquelle Gesunder Darm

Montag, 23.03.2026 18:00 Uhr (vor Ort)
Wie der Darm funktioniert, wie eine gesunde Darmfunktion gefördert werden kann und welchen Einfluss sie auf das Reizdarmsyndrom und andere Darmerkrankungen hat, erfahren Sie in dieser Veranstaltung.

Infos und Anmeldung

Workshop: Der Beckenboden

Dienstag, 24.03.2026 18:00 Uhr 

Ein schwacher Beckenboden kann zu verschiedenen Problemen wie Blasenschwäche, Rückenschmerzen oder einer Senkung der Gebärmutter führen. Wo ist der Beckenboden überhaupt und welche Funktionen hat er? Ein gezieltes Beckenbodentraining hilft, beugt Beschwerden vor und kann das sexuelle Empfinden verbessern. Wir stellen leicht erlernbare praktische Übungen und unterstützende Möglichkeiten vor.

Infos und Anmeldung

Viva la Vulva – empowert und selbstbestimmt. Workshopreihe: There will be blood

Mittwoch , 25.03.2026 18:00 Uhr 

Was passiert da eigentlich, wenn ich blute, genau in und mit mir, und wie lerne ich die Zeichen meines Zyklus besser zu deuten? Wie kann ich die Phasen des Menstruationszyklus sogar lernen, positiv für mich zu nutzen? Und wieso fällt es uns oft immer noch so verdammt schwer, offen über etwas eigentlich ganz Normales zu sprechen? All diesen Fragen und noch vielen mehr rund um das Thema Periode wollen wir in unserem Workshop auf den Grund gehen.

Infos und Anmeldung

Weitere Termine und Themen der Viva la Vulva Workshopreihe hier

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Die clio 101 – Gynäkologie feministisch, inklusiv und selbstbestimmt denken widmet sich einem Thema, das uns im FFGZ seit über fünf Jahrzehnten begleitet: dem Zugang zu Wissen, der Sichtbarmachung patriarchaler Strukturen in der Medizin und der Stärkung selbstbestimmter Gesundheitsräume.

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